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Lufthansa Lounges: First Class mit Centurion, Senator mit Platinum

ChristianChristian··5 Min Lesezeit
Lufthansa Lounges: First Class mit Centurion, Senator mit Platinum

Wer regelmäßig über Frankfurt oder München fliegt, kennt das Bild: der Wegweiser zur Business Lounge nach links, der Wegweiser zur Senator Lounge nach rechts. Die meisten Passagiere gehen nach links. Es gibt aber noch einen dritten Weg, den kaum jemand kennt: den zur First Class Lounge. Und dafür brauchst du kein First Class Ticket und keinen HON Circle Status. Eine Amex Centurion Card reicht.

Ich habe in den letzten Jahren alle drei Lounge-Stufen ausgiebig genutzt. Die Business Lounge mit einem regulären Ticket, die Senator Lounge über Star Alliance Gold, und die First Class Lounge mit meiner Centurion Card. Hier ist meine ehrliche Einschätzung, was sich wirklich lohnt und warum die First Class Lounge einer der letzten grossen Centurion-Vorteile ist.

Die First Class Lounge mit Centurion Card

Das ist der Punkt, den die meisten Centurion-Inhaber nicht kennen oder unterschätzen: Die Amex Centurion Card gibt dir Zugang zur Lufthansa First Class Lounge, solange du auf einem Lufthansa-operierten Flug reist. Die Buchungsklasse spielt keine Rolle. Du kannst in Economy sitzen und trotzdem in die First Class Lounge gehen.

Eingang zur Lufthansa First Class Lounge

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Die First Class Lounge ist nicht die Senator Lounge. Sie ist eine komplett andere Welt.

Lufthansa First Class Lounge: Ledersessel, Ruhe, Blick aufs Vorfeld

Das First Class Terminal in Frankfurt

In Frankfurt gibt es neben der First Class Lounge im Terminal auch das First Class Terminal, ein eigenständiges Gebäude. Es ist das Beste, was die Luftfahrt in Europa zu bieten hat. Eigene Sicherheitskontrolle, kein Anstehen, kein Gedränge. Du gehst rein und bist sofort in einer Umgebung, die mehr an ein Boutique-Hotel erinnert als an einen Flughafen.

Das Restaurant serviert a la carte, auf dem Niveau eines guten Restaurants in der Stadt. Kein Buffet, keine Warmhaltebehälter. Ein Koch, eine Speisekarte, frische Zubereitung. Die Weinauswahl ist durchdacht, mit Weinen, die du in der Senator Lounge nicht finden wirst. Dazu kommt eine Zigarrenlounge, Schlafräume mit Betten statt Tagesliegen, ein Badebereich mit Badewanne und Dusche, und vor allem: Ruhe. Echte Ruhe. Nicht die relative Ruhe der Senator Lounge, sondern eine Stille, die entsteht, wenn nur eine Handvoll Gäste gleichzeitig anwesend sind.

Das vielleicht beeindruckendste Detail: Der Limousinen-Transfer zum Flugzeug. Du wirst mit einem Mercedes oder Porsche direkt auf das Vorfeld gefahren und am Flugzeug abgesetzt. Kein Bus, kein Gate, keine Schlange beim Boarding.

Warum das ein so starker Centurion-Vorteil ist

In den letzten Jahren hat Amex einige Centurion-Vorteile gestrichen. Emirates Gold Status ist weg. Net-a-Porter Credits sind Geschichte. Der Valet Parking Service wurde eingestellt. Die First Class Lounge bei Lufthansa ist einer der letzten Vorteile, bei denen du etwas bekommst, das du mit keiner anderen Kreditkarte und keinem Vielflieger-Status unterhalb von HON Circle erreichen kannst.

Platinum-Inhaber bekommen über die Deutsche Amex keinen direkten Lounge-Zugang bei Lufthansa. Sie können über den Priority Pass in Drittanbieter-Lounges gehen, die mit der Lufthansa-Welt nichts zu tun haben. Centurion-Inhaber gehen in die First Class Lounge. Das ist der Unterschied, der die Karte in diesem Kontext rechtfertigt.

Wer Zugang bekommt

Die Regel ist einfach: Du brauchst eine Amex Centurion Card und ein Ticket auf einem Lufthansa-operierten Flug. Swiss, Austrian oder Brussels Airlines reichen nicht. Es muss eine LH-Flugnummer sein, operiert von Lufthansa. Die Buchungsklasse ist egal. Einen Gast kannst du mitbringen.

Wenn du regelmässig über Frankfurt fliegst und eine Centurion Card hast, solltest du diesen Vorteil nutzen. Es ist einer der Momente, in denen sich die Jahresgebühr anfühlt, als würde sie sich lohnen.

Die Senator Lounge: Was Platinum-Inhaber und Statusinhaber erwartet

Unterhalb der First Class Lounge kommt die Senator Lounge. Sie ist die realistischere Option für die meisten Vielflieger und die Lounge, die du mit Star Alliance Gold oder Miles & More Senator Status betrittst. Kein schlechter Ort, aber eine andere Liga als die First Class Lounge.

Was die Senator Lounge ist

Die Senator Lounge ist Lufthansas zweithöchste Lounge-Kategorie, direkt unter der First Class Lounge. Der Name kommt vom Vielfliegerstatus: Senator ist die zweithöchste Stufe bei Miles & More, nach HON Circle. Im Star Alliance System entspricht Senator dem Gold Status.

In der Praxis bedeutet das: Die Senator Lounge ist für Passagiere gedacht, die entweder viel fliegen oder in der Business Class unterwegs sind und gleichzeitig den entsprechenden Status mitbringen. Es ist keine Lounge, die du mit einem Priority Pass oder einer Kreditkarte allein betreten kannst. Das ist Absicht, und man merkt es.

Wer Zugang zur Senator Lounge bekommt

Die Zugangsregeln sind klar definiert, aber es gibt Nuancen, die man kennen sollte. Und zur Einordnung: Die Senator Lounge ist die zweithöchste Stufe. Centurion-Inhaber und HON Circle Mitglieder gehen eine Etage höher, in die First Class Lounge.

Miles & More Senator Status. Der offensichtlichste Weg. Erfordert 100.000 Statusmeilen oder 60 Segmente im Qualifizierungszeitraum. Das ist ambitioniert, aber für Geschäftsreisende, die regelmäßig Langstrecke fliegen, erreichbar. Mit Senator-Status bekommst du Zugang zur Senator Lounge unabhängig von deiner gebuchten Reiseklasse. Auch in der Economy.

HON Circle Status. HON Circle Mitglieder haben Zugang zur First Class Lounge und nutzen die Senator Lounge in der Praxis selten. Wer HON Circle hat, hat auch einen Grund, dort hinzugehen.

Amex Centurion Card. Wie oben beschrieben: Die Centurion Card gibt dir Zugang zur First Class Lounge, nicht nur zur Senator Lounge. Wenn du eine Centurion Card und ein Lufthansa-Ticket hast, geh in die First Class Lounge. Es gibt keinen Grund, in der Senator Lounge zu bleiben.

Star Alliance Gold über andere Programme. Das ist der Weg, den viele übersehen. Du brauchst keinen Miles & More Senator Status, um in die Senator Lounge zu kommen. Jeder Star Alliance Gold Status qualifiziert. Und Star Alliance Gold gibt es bei einigen Programmen deutlich leichter als bei Miles & More.

Turkish Miles&Smiles Elite erreicht man mit 40.000 Statusmeilen. Aegean Miles+Bonus Gold mit 24.000 Meilen oder 36 Segmenten. Ethiopian ShebaMiles Gold mit 30.000 Statusmeilen. Diese Programme haben niedrigere Schwellen als Miles & More, und der resultierende Star Alliance Gold Status öffnet trotzdem die Tür zur Senator Lounge.

Business Class Ticket auf einem Star Alliance Flug. Hier wird es interessant. Ein Business Class Ticket allein gibt dir Zugang zur Business Lounge, nicht zur Senator Lounge. Du brauchst Business Class plus Star Alliance Gold, um in die Senator Lounge zu kommen. Oder du fliegst First Class, dann gehst du ohnehin in die First Class Lounge.

Gäste. Als Senator darfst du einen Gast mitbringen. Der Gast muss am selben Tag auf einem Star Alliance Flug reisen. Als Star Alliance Gold über ein anderes Programm gelten die Gastregeln des jeweiligen Programms, die sich unterscheiden können.

Lounge Interior

Frankfurt: Die Referenz

Die Senator Lounge in Frankfurt, Terminal 1, Bereich B, ist der Maßstab. Es ist die größte und bekannteste Senator Lounge, und für die meisten Vielflieger in Deutschland die relevanteste.

Das Raumangebot

Die Lounge erstreckt sich über eine großzügige Fläche mit verschiedenen Bereichen. Es gibt einen Hauptbereich mit Sitzgruppen, einen Essbereich rund um das Buffet, einen ruhigeren Bereich zum Arbeiten und einen Bereich mit Tagesliegen zum Ausruhen. Die Fensterplätze bieten Blick aufs Rollfeld, und die Beleuchtung ist angenehm gedämpft, ohne dunkel zu wirken.

Was sofort auffällt, wenn man aus der Business Lounge kommt: Es ist ruhiger. Nicht still, aber merklich ruhiger. Weniger Menschen, mehr Platz pro Person, eine andere Grundstimmung. Die Business Lounge in Frankfurt kann zu Stoßzeiten einem belebten Café gleichen. Die Senator Lounge fühlt sich eher nach einem ruhigen Hotel-Foyer an.

Das Essen

Das Buffet in der Senator Lounge ist eine Stufe über dem der Business Lounge. Beide haben warme Gerichte, Salate, Suppen und Snacks. Aber in der Senator Lounge ist die Auswahl größer, die Qualität der einzelnen Gerichte höher und die Präsentation sorgfältiger.

Typisch für das Mittagsbuffet: zwei bis drei warme Hauptgerichte, die wechseln. Currys, Pasta, Fleischgerichte, dazu eine Tagessuppe, die meistens gut ist. Der Salatbereich ist umfangreicher als in der Business Lounge, mit mehr Auswahl und frischeren Zutaten. Brot, Käse und Aufschnitt sind durchgehend auf einem ordentlichen Niveau.

Das Frühstück verdient besondere Erwähnung. Frische Brötchen, Rührei, Würstchen, Müsli mit verschiedenen Toppings, frisches Obst. Nicht spektakulär, aber solide. Besser als in den meisten Flughafenrestaurants und deutlich besser als das, was du in einer Priority Pass Lounge bekommst.

Was fehlt: ein À-la-carte-Angebot. Die First Class Lounge hat ein Restaurant mit Bedienung. Die Senator Lounge hat ein Buffet. Das ist der größte Qualitätssprung zwischen den beiden Stufen.

Getränke

Bier, Wein und Spirituosen sind in der Senator Lounge frei verfügbar. Die Weinauswahl ist begrenzt, aber trinkbar. Ein paar Weiße, ein paar Rote, manchmal ein Champagner. Die Bierauswahl umfasst deutsche Standardmarken und gelegentlich etwas Regionales.

Cocktails gibt es nicht in der Form, wie man sie aus Centurion Lounges kennt. Kein Barkeeper, der dir einen Old Fashioned mixt. Du bedienst dich selbst an der Spirituosenauswahl. Das ist funktional, aber nicht aufregend.

Kaffee kommt aus Vollautomaten, die in der Senator Lounge tendenziell besser gewartet sind als in der Business Lounge. Ein Unterschied, der sich in der Tassenqualität bemerkbar macht, auch wenn es nicht gerade Barista-Niveau ist.

Duschen

Die Senator Lounge in Frankfurt hat Duschen, und sie sind gut. Sauber, mit Handtüchern, Duschgel und Shampoo ausgestattet, und meistens ohne lange Wartezeit verfügbar. Nach einem Langstreckenflug oder vor einer langen Verbindung sind die Duschen einer der wertvollsten Aspekte der Lounge.

In der Business Lounge gibt es ebenfalls Duschen, aber die Wartezeiten sind dort tendenziell länger, weil mehr Passagiere Zugang haben.

Arbeiten

Die Arbeitsmöglichkeiten sind gut. WLAN ist stabil und schnell genug für Videokonferenzen. Es gibt dedizierte Arbeitsbereiche mit Steckdosen, und in den ruhigeren Ecken der Lounge kann man konzentriert arbeiten. Drucker und Scanner sind vorhanden, was für Geschäftsreisende relevant sein kann.

München: Die unterschätzte Alternative

Die Senator Lounge in München, Terminal 2, steht oft im Schatten von Frankfurt. Zu Unrecht.

Was München besser macht

Die Lounge in München ist tendenziell weniger überlaufen als Frankfurt. München hat weniger Umsteigeverkehr als Frankfurt, und das merkt man in der Lounge. Zu Zeiten, an denen die Frankfurter Senator Lounge gut gefüllt ist, hat man in München oft noch freie Platzwahl.

Das Satellitenterminal in München hat eine eigene Senator Lounge, die architektonisch modern und großzügig gestaltet ist. Hohe Decken, viel Tageslicht, ein durchdachtes Raumkonzept. Wer sein Gate im Satellitengebäude hat, findet hier eine der angenehmeren Lounge-Erfahrungen in Deutschland.

Das Essen ist auf einem ähnlichen Niveau wie in Frankfurt. Die bayerische Note schlägt sich gelegentlich in der Speiseauswahl nieder, was die Lounge einen eigenen Charakter gibt. Weißwürste zum Frühstück sind keine Seltenheit, und sie sind besser als man erwarten würde.

Was München schlechter macht

Die Lounge im Hauptterminal ist kompakter als in Frankfurt. Bei hoher Auslastung kann es enger werden. Und der Weg zwischen Hauptterminal und Satellitenterminal kostet Zeit, die man bei knappen Umsteigeverbindungen nicht hat.

Die Duschen sind vorhanden, aber die Kapazität ist geringer als in Frankfurt. Zu Stoßzeiten kann es Wartezeiten geben.

Frankfurt vs. München: Mein Vergleich

Wenn ich die Wahl habe, bevorzuge ich die Münchner Senator Lounge im Satellitenterminal. Sie ist moderner, ruhiger und hat eine angenehmere Atmosphäre. Aber Frankfurt ist die pragmatischere Wahl, weil die Lounge größer ist, besser ausgestattet und mehr Kapazität hat.

Für Umsteiger ist Frankfurt ohnehin der relevantere Hub. München ist stärker auf Punkt-zu-Punkt-Verbindungen ausgerichtet. Wer regelmäßig über Frankfurt umsteigt, wird die Senator Lounge dort häufiger nutzen, und das ist in Ordnung. Sie liefert zuverlässig ab.

Lounge Guide

Senator Lounge vs. Business Lounge: Der ehrliche Vergleich

Die Frage, die viele beschäftigt: Ist der Unterschied groß genug, um gezielt auf Star Alliance Gold hinzuarbeiten?

Wo die Senator Lounge klar besser ist

Ruhe und Platz. Der wichtigste Unterschied. Die Business Lounge ist für alle Business Class Passagiere auf Star Alliance Flügen zugänglich. Das sind viele Menschen. Die Senator Lounge ist auf Statusinhaber beschränkt. Weniger Menschen bedeutet mehr Platz, weniger Lärm, mehr Komfort.

Essensqualität. Der Unterschied ist nicht dramatisch, aber spürbar. Bessere Zutaten, mehr Auswahl, sorgfältigere Zubereitung. Im Laufe eines Jahres, wenn du die Lounge dutzende Male besuchst, summiert sich das.

Duschen-Verfügbarkeit. Kürzere Wartezeiten, weil weniger Personen Zugang haben.

Gesamtatmosphäre. Die Senator Lounge fühlt sich exklusiver an, ohne protzig zu sein. Es ist ein subtiler Unterschied, aber er ist da. Weniger Laufpublikum, ruhigere Gespräche, eine Grundstimmung, die zum Entspannen einlädt.

Wo der Unterschied gering ist

Getränke. Die Auswahl ist in der Senator Lounge etwas besser, aber nicht dramatisch. Wer ein Bier oder ein Glas Wein trinkt, wird keinen großen Unterschied bemerken.

WLAN und Arbeitsausstattung. Beide Lounges haben funktionierendes WLAN und Arbeitsbereiche. Die Senator Lounge ist ruhiger zum Arbeiten, aber die Infrastruktur ist vergleichbar.

Grundausstattung. Sitzmöbel, Beleuchtung, Steckdosen sind in beiden Lounges auf einem guten Niveau. Lufthansa hat auch die Business Lounges nicht vernachlässigt.

Priority Pass als Alternative

Für Amex Platinum Inhaber, die keinen Star Alliance Gold Status haben, stellt sich die Frage: Reicht der Priority Pass in Frankfurt und München aus? Centurion-Inhaber haben dieses Problem nicht, sie gehen in die First Class Lounge.

Die ehrliche Antwort für Platinum-Inhaber: Es kommt darauf an, wie anspruchsvoll du bist.

Die Priority Pass Optionen in Frankfurt, allen voran die Primeclass Lounge, sind funktional. Du bekommst einen Sitzplatz, Snacks, Getränke und WLAN. Für einen kurzen Aufenthalt von ein bis zwei Stunden ist das ausreichend.

Aber verglichen mit der Senator Lounge fehlt es an fast allem: Raumatmosphäre, Essensqualität, Ruhe, Duschen (teilweise), Ausblick. Wer einmal regelmäßig in der Senator Lounge war, wird die Priority Pass Lounges in Frankfurt als deutlichen Abstieg empfinden. Und wer die First Class Lounge kennt, wird die Senator Lounge selbst als Kompromiss sehen.

In München sieht es ähnlich aus. Die Airport Lounge World und die Airbräu Lounge über Priority Pass sind akzeptabel, aber kein Vergleich zur Senator Lounge.

Meine Empfehlung: Wenn du häufig über Frankfurt oder München fliegst und den Priority Pass als deine Hauptoption nutzt, kann sich der Weg zu Star Alliance Gold über ein günstigeres Programm wie Aegean lohnen. Der Komfortgewinn ist spürbar. Und wenn du eine Centurion Card hast, nutze den First Class Lounge Zugang. Es ist einer der wertvollsten Vorteile, die die Karte noch bietet.

Wann sich der Zugang lohnt

Die Senator Lounge lohnt sich am meisten, wenn du regelmäßig fliegst. Drei bis vier Mal im Monat über Frankfurt oder München, und der Unterschied zur Business Lounge addiert sich zu einem spürbaren Komfortgewinn über das Jahr.

Für Gelegenheitsflieger, die drei bis vier Mal im Jahr fliegen, ist der Aufwand, Star Alliance Gold zu erreichen, vermutlich nicht gerechtfertigt. Die Business Lounge oder sogar eine Priority Pass Lounge reicht für gelegentliche Flüge aus.

Die ideale Konstellation: Du fliegst beruflich regelmäßig Langstrecke, sammelst dabei ohnehin Statusmeilen und erreichst Star Alliance Gold mehr oder weniger als Nebenprodukt deiner Reisetätigkeit. In diesem Fall ist die Senator Lounge ein willkommener Zusatznutzen, den du bei jedem Flug mitnehmen kannst.

Weniger ideal: Du fliegst hauptsächlich innereuropäisch und müsstest gezielt Statusflüge machen, um Star Alliance Gold zu erreichen. In diesem Fall ist der finanzielle Aufwand für den Lounge-Zugang unverhältnismäßig. Die Zeit und das Geld, die in Statusflüge fließen, stehen nicht im Verhältnis zum Mehrwert der Senator Lounge gegenüber der Business Lounge.

Was ich nicht verschweigen will

Die Senator Lounge ist gut. Aber sie ist nicht perfekt.

Das Buffet ist ein Buffet. Es wird nicht à la carte gekocht, es wird nicht frisch auf Bestellung zubereitet. Die Gerichte stehen in Warmhaltebehältern, und um 14 Uhr sehen sie manchmal so aus, als wären sie seit 11 Uhr dort. Das ist kein Drama, aber es ist ein Punkt, an dem die First Class Lounge mit ihrem Restaurant einen echten Qualitätssprung bietet.

Die Senator Lounge in Frankfurt kann zu bestimmten Zeiten voll werden. Nicht so voll wie die Business Lounge, aber voll genug, dass man keinen Fensterplatz bekommt. Besonders zwischen 16 und 19 Uhr, wenn die Langstreckenflüge nach Nordamerika abgehen, ist die Lounge gut gefüllt.

Das Personal ist freundlich, aber es ist kein persönlicher Service. Du räumst dein Tablett selbst ab, du holst dir dein Essen selbst, du findest deinen Sitzplatz selbst. Für eine Lounge, die Exklusivität suggeriert, ist das ein Punkt, an dem man mehr erwarten könnte.

Mein Fazit

Drei Stufen, drei Welten. Die Business Lounge ist solide. Die Senator Lounge ist die beste regulär zugängliche Option für Vielflieger in Deutschland, mit spürbarem Qualitätssprung bei Ruhe, Platz und Essen. Und die First Class Lounge ist eine Kategorie für sich, ein Ort, der den Flughafen vergessen lässt.

Für Centurion-Inhaber ist die Sache klar: Der First Class Lounge Zugang auf Lufthansa-Flügen ist einer der stärksten verbliebenen Vorteile der Karte. Nachdem Emirates Gold, Net-a-Porter und Valet Parking gestrichen wurden, gehört dieses Privileg zu den wenigen, die die Centurion Card noch von jeder anderen Karte abheben. Wer regelmässig über Frankfurt fliegt, sollte diesen Vorteil nutzen. Das First Class Terminal allein ist den Umweg wert.

Für Platinum-Inhaber und Statusinhaber ist die Senator Lounge der richtige Ort. Ob sich der Aufwand für Star Alliance Gold lohnt, hängt vom Reiseverhalten ab. Für regelmässige Vielflieger: ja, eindeutig. Für Gelegenheitsflieger: wahrscheinlich nicht den Aufwand wert.

Und für alle, die den Zugang haben, egal zu welcher Stufe: Nutze die Duschen. Sie sind besser, als du denkst. Und die Tagessuppe in der Senator Lounge ist meistens überraschend gut.

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