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Centurion Lounge JFK: Die Lounge, die Bar und die Tür mit der Nummer 1850

ChristianChristian··5 Min Lesezeit
Centurion Lounge JFK: Die Lounge, die Bar und die Tür mit der Nummer 1850

Im Überblick über die Centurion Lounges habe ich JFK als enttäuschend beschrieben, und daran hat sich im Grundsatz nichts geändert. Trotzdem gehe ich hin, wenn ich aus Terminal 4 fliege. Der Grund steht auf einer Kupfertür im Untergeschoss: 1850.

Wo die Lounge liegt und wer reinkommt

Die Centurion Lounge am John F. Kennedy Airport liegt in Terminal 4, nach der Sicherheitskontrolle, direkt neben der Chase Sapphire Lounge. Der Eingang ist ein hoher, hinterleuchteter weißer Kubus mit dem Centurion-Kopf an der Wand. Man übersieht ihn nicht.

Eingang der Centurion Lounge am JFK, Terminal 4

Empfang der Centurion Lounge JFK mit dem Amex-Relief

Zugang haben Centurion- und Platinum-Inhaber (auch Business Platinum) sowie Inhaber der Delta SkyMiles Reserve Card. Für deutsche Platinum-Karten gelten die Gastregeln, die Amex für die US-Centurion-Lounges veröffentlicht; wer mit Begleitung kommt, sollte die aktuelle Fassung vorher lesen, die Regeln für Gäste wurden in den letzten Jahren mehrfach verschärft.

Die Lounge selbst

Zwei Ebenen, viel Holz, ein Buffet, eine Bar, Arbeitsplätze. Das Problem ist nicht die Ausstattung, sondern die Auslastung: JFK Terminal 4 ist Delta-Hub und Heimat vieler internationaler Airlines, und die Lounge ist zu Stoßzeiten voll. Wer einen ruhigen Sessel sucht, findet ihn oft nicht.

Amex-Motiv mit Hund in der Centurion Lounge JFK

Die Bulldogge auf der Amex-Kiste: ein Motiv aus der Frühzeit von American Express, das in vielen Centurion Lounges hängt.

Verglichen mit Mexico City ist das eine andere Kategorie. Dort ein Restaurant mit Bedienung, hier ein gutes Buffet in einem vollen Raum.

1850: die Bar hinter der Kupfertür

Und jetzt der Grund, warum ich trotzdem hingehe. Im Untergeschoss der Lounge, hinter der normalen Bar, gibt es eine unauffällige Kupfertür mit der Zahl 1850, dem Gründungsjahr von American Express. Kein Schild, kein Hinweis. Dahinter liegt eine Bar im Stil eines Speakeasy: dunkel, Holzvertäfelung, kleine Nischen, ein Barkeeper, der Cocktails nach einer eigenen Karte mixt.

Die Kupfertür mit der Nummer 1850 in der Centurion Lounge JFK

Die Karte stammt von Jim Meehan, dem Gründer der New Yorker Bar PDT, und wechselt. Der Espresso Martini kommt mit der "1850" in Kakaopulver auf dem Schaum. Das ist keine Flughafen-Bar, das ist eine Bar, die zufällig an einem Flughafen steht.

Espresso Martini mit 1850-Schriftzug in der Speakeasy-Bar der Centurion Lounge JFK

Der Raum ist nicht Centurion-exklusiv. Er ist nur versteckt, und die meisten Gäste der Lounge wissen nicht, dass es ihn gibt. Genau deshalb ist er ruhig.

Einordnung

Die Centurion Lounge am JFK ist als Lounge Durchschnitt: ein solides Buffet in einem Raum, der für den Andrang zu klein ist. Die Bar 1850 ist der eine Grund, sie trotzdem einer Airline-Lounge vorzuziehen. Wer eine Stunde vor dem Abflug hat, geht direkt nach unten, durch die Kupfertür, und bestellt einen Cocktail. Der Rest der Lounge ist Kulisse.

Wer wissen will, wie eine Centurion Lounge aussieht, wenn Amex das Konzept ernst meint, sollte Mexico City lesen. Und wer in New York selbst einen Tisch mit Aussicht sucht, findet ihn nicht am Flughafen, sondern im 55. Stock von One Vanderbilt.

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