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CENTURION

Centurion New York: Der Amex-Club im 55. Stock von One Vanderbilt

ChristianChristian··5 Min Lesezeit
Centurion New York: Der Amex-Club im 55. Stock von One Vanderbilt

Die meisten Centurion-Vorteile spielen sich an Flughäfen ab. Centurion New York ist die Ausnahme: ein Restaurant und Club im 55. Stock von One Vanderbilt, direkt neben der Grand Central Station in Midtown Manhattan. Man braucht keine Bordkarte, sondern die Karte, einen Ausweis und in den meisten Fällen eine Reservierung.

Ich war mehrmals dort, zum Essen und einfach auf einen Kaffee. Das hier ist der Artikel, den ich vor dem ersten Besuch gern gelesen hätte.

Was Centurion New York ist

Ein Teil Restaurant, ein Teil Members Club, mit Küche von Daniel Boulud. Die Räume liegen an der Fassade des Turms, mit Blick nach Westen über Midtown bis zum Hudson. Es gibt einen Speisesaal, eine Bar und Sitzbereiche für Leute, die nur einen Kaffee trinken oder arbeiten wollen. Geöffnet ist täglich ab 11 Uhr bis in den Abend.

Gedeckter Tisch am Fenster mit Blick über Midtown

Fensterplatz im 55. Stock. Die Aussicht ist der Grund, warum man den Ort nicht so schnell wieder verlässt.

Wer reinkommt

Centurion-Inhaber können jederzeit ohne Reservierung kommen. Platinum- und Business-Platinum-Inhaber haben zu bestimmten Zeiten Zugang und müssen vorher reservieren. Reservierungen werden telefonisch angenommen, bis zu 60 Tage im Voraus, und das Reservierungsbüro ist nur werktags in einem kurzen Zeitfenster am Vormittag besetzt. Wer spontan mit Platinum vor der Tür steht, kommt nicht rein.

Der Check-in läuft im Erdgeschoss von One Vanderbilt: Ausweis zeigen, Reservierung wird bestätigt, man bekommt einen Code für den Aufzug. Erst dann geht es in den 55. Stock.

Was es kostet

Das ist der wichtigste Unterschied zu jeder Centurion Lounge: Centurion New York ist nicht kostenlos. Man bezahlt wie in einem Restaurant, mit Preisen, die zu Midtown und zum Namen passen.

Speisekarte mit Hauptgerichten und Preisen

Aus der Karte, Stand meines letzten Besuchs:

  • Vorspeisen: Marinierter Yellowfin-Thunfisch mit Sesam-Tuile und Avocado 28 Dollar, Jamón Ibérico (Cinco Jotas) 35 Dollar, Austern 30 Dollar, Wagyu-Tartar 30 oder 58 Dollar
  • Hauptgerichte: Dry-Aged Hanger Steak mit Romanesco, gegrilltem Römersalat und Romesco 69 Dollar, Maine Sea Scallops 48 Dollar, Truffled Chicken 55 Dollar, DB Burger 35 Dollar
  • Beilagen: Charred Broccolini mit Stracciatella 15 Dollar, Pommes 17 Dollar, Pomme Purée mit schwarzem Trüffel 18 Dollar
  • Desserts: je 20 Dollar, Käseteller 35 Dollar
  • Menüs: Drei Gänge Prix Fixe 165 Dollar, Fünf-Gänge-Tasting 225 Dollar, mit Weinbegleitung 350 Dollar, Kaviar-Trio 210 Dollar
  • Kaffee: Espresso 7 Dollar, Americano oder Cappuccino 8 Dollar

Ein Americano kam mit Steuer auf 8,71 Dollar, Trinkgeld nicht eingerechnet. Das ist New Yorker Hotelbar-Niveau, nicht mehr und nicht weniger.

Rechnung über einen Americano bei Centurion New York

Was auf dem Teller liegt

Ich hatte das Hanger Steak: dünn aufgeschnitten, blutig, auf Romesco, daneben gegrillter Römersalat mit Caesar-Dressing und Manchego. Dazu Broccolini mit Stracciatella und Chili. Vorweg den Thunfisch mit Avocado und knusprigen Nori-Chips. Das Brot kommt in einem Drahtkorb mit einem Stück gesalzener Butter.

Dry-Aged Hanger Steak mit Romanesco und gegrilltem Römersalat

Marinierter Yellowfin-Thunfisch mit Avocado und Nori-Chips

Charred Broccolini mit Stracciatella

Die Küche ist auf dem Niveau eines guten Boulud-Restaurants. Nicht experimentell, aber präzise, und mit der Aussicht dazu ist es ein Mittagessen, das man Gästen aus Europa gern zeigt.

Für wen sich das lohnt

Für Centurion-Inhaber ist es ein Ort, der in Manhattan sonst schwer zu finden ist: ein ruhiger Tisch mit Aussicht, an dem man jederzeit ohne Reservierung sitzen, arbeiten und essen kann. Wer die Centurion Card hat und regelmäßig in New York ist, wird ihn nutzen. Das deutsche Gegenstück dazu ist der China Club Berlin im Adlon Palais, ebenfalls mit Vorteilen für Centurion-Inhaber.

Für Platinum-Inhaber ist es ein Restaurantbesuch mit Hürde: Reservierung Wochen vorher, Telefon, festes Zeitfenster. Das lohnt sich für einen besonderen Anlass, nicht für den Kaffee zwischendurch. Wer nur die Aussicht will, bekommt sie im selben Gebäude auch mit einem Ticket für die Aussichtsplattform Summit, ohne Karte und ohne Reservierungsbüro.

Und eine Sache sollte man vorher wissen: Am Flughafen zahlt die Karte, hier zahlt man selbst. Das ist kein Kritikpunkt, aber eine andere Erwartung als bei allem anderen, was "Centurion" heißt. Wie sich das Konzept von den Flughafen-Lounges unterscheidet, steht im Überblick über die Centurion Lounges.

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