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Marriott hat keine feste Prämientabelle mehr. Der Punktepreis einer Nacht schwankt mit der Nachfrage, genau wie der Barpreis. Das macht Bonvoy-Punkte schwer zu bewerten, hat aber eine Kehrseite: An einzelnen Tagen kostet ein Haus deutlich weniger Punkte als üblich.
Diese Tage sucht whathotel.io systematisch heraus. Die Seite vergleicht für jedes Marriott-Hotel den aktuellen Punktepreis mit dem typischen und listet die größten Abschläge. Ab diesem Monat bekommen wir die Auswahl jeden Monat als Datensatz und ordnen sie hier ein.
Eine Einordnung vorab, weil sie die ganze Liste verändert: Der Rabatt in Prozent sagt nur, dass Marriott für diese Nacht weniger Punkte verlangt als sonst. Ob sich das Einlösen lohnt, entscheidet eine andere Zahl.
Die einzige Zahl, die zählt: Cent pro Punkt
Rechne den Barpreis derselben Nacht durch die Punkte. Kostet ein Zimmer 300 Dollar oder 30.000 Punkte, ist jeder Punkt in dieser Buchung einen Cent wert. Liegt der Wert darüber, sind Punkte das bessere Zahlungsmittel. Liegt er darunter, zahlst du besser bar und behältst die Punkte für eine Nacht, die mehr bringt.
Wo die Grenze liegt, hängt davon ab, woher deine Punkte kommen. Für Inhaber einer deutschen Amex mit Membership Rewards gilt: Der reguläre Transferkurs zu Marriott ist 3 zu 2, ein Bonvoy-Punkt kostet also 1,5 MR-Punkte. Bei Accor bekommst du für einen MR-Punkt garantiert 0,67 Cent auf die Hotelrechnung. Damit muss ein Bonvoy-Punkt rund 1 Cent bringen, bevor sich der Umweg über Marriott lohnt. Mit dem 30-Prozent-Transferbonus, der noch bis zum 31. Oktober läuft, sinkt die Grenze auf etwa 0,77 Cent.
Die Barpreise in der Liste sind Dollar-Preise pro Nacht. Für eine Faustregel reicht das. Bei Werten knapp um einen Cent entscheidet der Wechselkurs mit, bei 0,5 oder 3 Cent nicht.
Die drei Deals, bei denen Punkte klar gewinnen
The Ritz-Carlton, Mexico City, Nacht vom 10. Januar 2027: 29.000 statt typisch 63.378 Punkte, 54 Prozent unter dem Normalpreis. Bar kostet dieselbe Nacht 994 Dollar. Das sind 3,4 Cent pro Punkt, der stärkste Wert der ganzen Auswahl. Über Membership Rewards sind das 43.500 MR-Punkte, mit dem Oktober-Bonus rund 33.500.
The Westin Maldives Miriandhoo Resort, Nacht vom 10. Dezember 2026: 72.000 statt 96.783 Punkte, nur 26 Prozent Rabatt und damit weit hinten in der Prozent-Rangliste. Aber die Nacht kostet bar 1.753 Dollar. Das ergibt 2,4 Cent pro Punkt. Genau das ist der Grund, warum die Prozentzahl in die Irre führt. Über MR sind das 108.000 Punkte, mit Bonus rund 83.100.
JW Marriott Hotel Mexico City Polanco, 10. Januar 2027: 33.000 statt 68.319 Punkte, bar 772 Dollar, 2,3 Cent pro Punkt. Gleiches Datum wie beim Ritz-Carlton, offenbar eine schwache Nachfragenacht in Mexico City.
Die Grenzfälle um einen Cent
Hier entscheidet, ob du Punkte ohnehin übrig hast oder sie erst transferieren müsstest.
- Excelsior Hotel Gallia, Mailand, 1. April 2027: 62.400 statt 92.914 Punkte, bar 655 Dollar, 1,05 Cent pro Punkt.
- AC Hotel Phoenix Biltmore, 27. Dezember 2026: 23.200 statt 39.217 Punkte, bar 248 Dollar, 1,07 Cent.
- The Westin Santa Fe, Mexico City, 18. Dezember 2026: 21.600 statt 36.683 Punkte, bar 209 Dollar, 0,97 Cent.
- Residence Inn Nashville Vanderbilt/West End, 22. November 2026: 18.000 statt 30.333 Punkte, bar 157 Dollar, 0,87 Cent.
- W Koh Samui, 1. November 2026: 75.200 statt 117.333 Punkte, bar 571 Dollar, 0,76 Cent.
Großer Rabatt, schwacher Punktwert
Diese Häuser kosten weniger Punkte als sonst, aber auch bar wenig. Bei 0,5 bis 0,6 Cent pro Punkt verschenkst du Punkte, die bei einer teuren Nacht das Sechsfache bringen würden. Wer hier ohnehin ein Bonvoy-Guthaben hat, das sonst verfällt, kann es nutzen. Transferieren würde ich dafür nicht.
- Cotton House Hotel, Barcelona, 14. Dezember 2026: 67.000 statt 95.313 Punkte, bar 412 Dollar, 0,62 Cent.
- Renaissance Barcelona Hotel, 14. Januar 2027: 47.000 statt 68.600 Punkte, bar 286 Dollar, 0,61 Cent.
- AC Hotel Carlton Madrid, 10. Januar 2027: 27.000 statt 38.745 Punkte, bar 160 Dollar, 0,59 Cent.
- The St. Regis Dubai, The Palm, 1. November 2026: 63.000 statt 76.979 Punkte, bar 362 Dollar, 0,57 Cent.
- Aloft Madrid Gran Via, 14. Januar 2027: 32.000 statt 44.958 Punkte, bar 164 Dollar, 0,51 Cent.
- Vana Belle, a Luxury Collection Resort, Koh Samui, 1. November 2026: 83.500 statt 127.000 Punkte, bar 420 Dollar, 0,50 Cent.
- Le Méridien Phuket Beach Resort, 26. April 2027: 42.000 statt 59.583 Punkte, bar 202 Dollar, 0,48 Cent.
Was du vor dem Buchen wissen musst
- Jeder Deal gilt für genau eine Nacht. Das genannte Datum ist die Nacht mit dem niedrigen Punktepreis. Die Nächte davor und danach können normal oder teurer bepreist sein.
- Preise ändern sich. Die Auswahl stammt vom 20. Oktober 2026. Prüf den Punkte- und den Barpreis auf der Hotelseite, bevor du Punkte transferierst. Ein Transfer zu Marriott lässt sich nicht rückgängig machen.
- Erst die Verfügbarkeit, dann der Transfer. Die Reihenfolge ist immer: Nacht bei Marriott finden, Prämienpreis prüfen, dann Punkte übertragen, dann sofort buchen.
- Status hilft bei Prämiennächten wenig. Mit dem Marriott Gold Status aus der Amex Platinum bekommst du auch bei Punktebuchungen kein Frühstück.
- Fünf Nächte, eine geschenkt. Marriott berechnet bei fünf aufeinanderfolgenden Prämiennächten nur vier. Für die Einzelnacht-Deals hier spielt das selten eine Rolle, für einen Malediven-Aufenthalt schon.
Woher die Punkte kommen
Für die meisten Leser dieser Seite ist der Weg Membership Rewards. Die deutsche Platinum und Gold sammeln MR-Punkte, die sich zum Kurs 3 zu 2 in Bonvoy-Punkte umwandeln lassen. Das ist kein guter Kurs, und deshalb lohnt sich der Transfer nur bei Nächten wie den drei oben. Für Hotels der mittleren Preisklasse zahle ich lieber bar.
Der umgekehrte Weg ist fast immer schlecht: Bonvoy-Punkte in Airline-Meilen umzuwandeln bringt bei den meisten Partnern 25.000 Meilen für 60.000 Punkte. Wer Flüge will, transferiert Membership Rewards direkt zur Airline. Die Übersicht dazu steht in unserem Artikel zu den Amex Transferpartnern.
Die ergiebigste Punktequelle für Marriott gibt es in Deutschland gar nicht: die US-Kreditkarten von Marriott und American Express. Sie sammeln Bonvoy-Punkte direkt, ohne den schlechten 3-zu-2-Kurs, und bringen bei Neuabschluss Willkommensboni, die deutlich höher liegen als bei deutschen Karten. Voraussetzung ist ein US-Kredit-Profil, das man auch als Nicht-Resident aufbauen kann.
Mein Fazit
Die Liste ist nützlich, aber nur mit der zweiten Rechnung. Nach Prozent sortiert stehen Koh Samui und Phuket gut da, nach Punktwert gehören sie zu den schwächsten Einlösungen. Die echten Funde sind die teuren Nächte: das Ritz-Carlton in Mexico City zu 3,4 Cent und das Westin auf den Malediven zu 2,4 Cent, obwohl dessen Rabatt nur 26 Prozent beträgt. Wer MR-Punkte hat und eine dieser Nächte reisen kann, transferiert noch vor dem 31. Oktober mit Bonus. Alle anderen warten auf die nächste Auswahl im November.
Die Daten stammen von whathotel.io. Die vollständige, laufend aktualisierte Liste aller Marriott-Punkte-Deals steht auf der Points-Deals-Seite von whathotel.io.


