Miles & More Meilen kaufen mit Bundle&Go: Lohnt sich der 50-Prozent-Bonus?

Mit dem Oktober-Bonus kostet eine gekaufte Miles & More Meile knapp über einen Cent. Das ist günstig, aber nur für eine Einlösung: Business oder First auf der Langstrecke. Die Rechnung, die Pakete und was die neuen Status-Points und Lounge-Gutscheine wirklich bringen.

Christian6 Min Lesezeit
Miles & More Meilen kaufen mit Bundle&Go: Lohnt sich der 50-Prozent-Bonus?
Inhalt
  1. Die vier Pakete und der Preis pro Meile
  2. Was eine Miles & More Meile beim Einlösen bringt
  3. Die Rechnung an einem echten Flug
  4. Die neuen Points: kein Weg zum Status
  5. Lounge-Gutscheine: plötzlich relevant
  6. Mein Fazit

Diese Woche kam die Erinnerung von Miles & More: Bis zum 31. Oktober 2026 gibt es 50 Prozent Bonusmeilen auf alle Bundle&Go-Pakete, und die beiden großen Pakete enthalten seit September zusätzlich Points für den Status und Lufthansa Business Lounge Gutscheine. Die Mail verkauft das als Reisegutschein. Die nüchterne Frage ist eine andere: Was kostet eine Meile, und wofür ist sie mehr wert als das?

Die kurze Antwort: Im großen Paket kostet eine Meile knapp über einen Cent. Das ist ein guter Preis, aber nur, wenn die Meile anschließend in einem Business- oder First-Class-Sitz auf der Langstrecke landet. Für alles andere ist sie zu teuer.

Die vier Pakete und der Preis pro Meile

Bundle&Go verkauft keine freien Meilenmengen, sondern vier feste Pakete. Abgewickelt wird über Points.com, auf der Kreditkartenabrechnung steht "Bundles by PTS - M&M". Mit dem Oktober-Bonus sehen die öffentlich ausgewiesenen Pakete so aus:

  • S: 7.500 Meilen für 125 Euro, also 1,67 Cent pro Meile. Keine Points, kein Lounge-Gutschein.
  • M: 75.000 Meilen für 1.050 Euro, 1,40 Cent pro Meile, plus ein Lounge-Gutschein.
  • L: 150.000 Meilen für 1.850 Euro, 1,23 Cent pro Meile, plus 100 Points und zwei Lounge-Gutscheine.
  • XL: 225.000 Meilen für 2.650 Euro, 1,18 Cent pro Meile, plus 150 Points und drei Lounge-Gutscheine.

Die Preisliste in der Oktober-Mail selbst nennt für das XL-Paket 2.500 Euro und für L 1.750 Euro. Wenn dein Konto zu diesem Preis dieselben 225.000 Meilen zeigt, landest du bei 1,11 Cent pro Meile. Die Angebote sind teilweise personalisiert, deshalb gilt: einloggen und die Meilenzahl im eigenen Konto prüfen, bevor du rechnest.

Ohne Bonus kostet dieselbe Meile im XL-Paket rund 1,7 Cent. Das ist der Preis, zu dem sich Kaufen praktisch nie lohnt. Der Bonus ist also nicht die Zugabe, er ist der ganze Deal. Kleinere Pakete rechnen sich auch mit Bonus kaum, das S-Paket ist eher ein Nachfüllpaket für eine fehlende Restmenge.

Die Grenze liegt bei 300.000 gekauften Meilen pro Kalenderjahr, der Bonus zählt nicht dagegen. Mehr als zwei XL-Pakete pro Jahr gehen also nicht. Ein gekauftes Paket ist nicht erstattbar.

Was eine Miles & More Meile beim Einlösen bringt

Eine Meile hat keinen festen Wert. Sie ist so viel wert wie das Ticket, das du dir damit sparst, abzüglich der Zuzahlung, die Lufthansa trotzdem verlangt. Laut der laufenden Auswertung von reisetopia ergeben sich 2026 grob diese Stufen:

  • Gutscheine und Worldshop: rund 0,3 Cent. Mit gekauften Meilen ein Verlust von fast drei Vierteln.
  • Hotels und Mietwagen: rund 0,4 Cent.
  • Economy: rund 0,7 Cent. Die Zuzahlungen fressen den Großteil des Werts.
  • Premium Economy: rund 1,1 Cent. Bestenfalls Gleichstand mit dem Kaufpreis.
  • Business: rund 1,7 Cent im Schnitt.
  • First: rund 2,3 Cent im Schnitt, mit Spitzen von 4 bis 5 Cent.

Damit ist die Grenze klar. Bei 1,11 bis 1,18 Cent Einkaufspreis gewinnt nur Business und First. Alles darunter wäre bar günstiger gewesen.

Die Rechnung an einem echten Flug

Die Durchschnittswerte oben rechnen mit dem Listenpreis eines Business-Tickets. Ehrlicher ist der Vergleich mit dem Preis, den du ohne Meilen tatsächlich bezahlt hättest. Ein Anhaltspunkt: Business-Prämienflüge ab München auf die Langstrecke kosteten im Juli 2026 laut einer Auswertung von meilenoptimieren im Schnitt 67.865 Meilen plus 656 Euro Zuzahlung pro Richtung.

Mit gekauften Meilen zu 1,18 Cent kostet so ein Flug 801 Euro für die Meilen plus 656 Euro Zuzahlung, zusammen rund 1.460 Euro pro Richtung oder etwa 2.910 Euro hin und zurück. Zu 1,11 Cent sind es rund 2.820 Euro. Das ist die Zahl, mit der du den Barpreis an deinem Reisedatum vergleichst. Liegt der Business-Rückflug bar darüber, gewinnen die gekauften Meilen. Liegt ein Sale-Tarif darunter, hast du mit dem Paket nur teuer vorausbezahlt.

Seit Juni 2025 sind die Meilenpreise bei Lufthansa dynamisch, dieselbe Strecke kostet je nach Tag deutlich mehr oder weniger Meilen. Daraus folgt die wichtigste Regel: erst die Verfügbarkeit für die konkrete Reise finden, dann kaufen. Meilen auf Vorrat zu kaufen heißt, auf den heutigen Meilenpreis zu wetten, und der ist in den letzten Jahren nur in eine Richtung gegangen.

Dazu kommt der Verfall. Miles & More Meilen verfallen nach 36 Monaten, außer du hast eine Miles & More Kreditkarte oder einen Status. Für einen geplanten Flug in den nächsten Monaten spielt das keine Rolle, für ein Meilenlager schon.

Die neuen Points: kein Weg zum Status

Neu sind die Points im L- und XL-Paket, 100 beziehungsweise 150. Das klingt nach einer Abkürzung zum Frequent Traveller, der 650 Points verlangt. Ist es aber nicht. Frequent Traveller braucht 650 Points, davon mindestens 325 Qualifying Points, Senator 2.000 Points, davon 1.000 Qualifying Points. Die Bundle-Points sind nach allem, was bisher bekannt ist, normale Points und keine Qualifying Points. Sie ersetzen also keinen Flug, sie füllen nur die Gesamtsumme auf.

Nützlich sind sie in genau einem Fall: Wer Ende 2026 knapp unter der Gesamtschwelle liegt und die Qualifying Points schon beisammen hat, kann mit einem XL-Paket die Lücke schließen. Der Sammelzeitraum endet am 31. Dezember 2026, ein jetzt erreichter Status gilt bis Ende Februar 2028. Für alle anderen sind die Points Dekoration.

Lounge-Gutscheine: plötzlich relevant

Die Lounge-Gutscheine wären vor einem Monat noch eine Fußnote gewesen. Seit dem 1. Oktober 2026 öffnet aber keine Amex-Karte mehr eine Lufthansa-Lounge, weder die Platinum noch die Centurion. Wer ab Frankfurt oder München fliegt und keinen Lufthansa-Status hat, steht vor der Business Lounge.

Jeder Gutschein gilt für einen Besuch einer Person in einer Lufthansa Business Lounge weltweit, zwölf Monate ab Ausstellung. Swiss- und Austrian-Lounges sind laut travel-dealz ausgenommen. Die Gutscheine kommen spätestens am 7. des Folgemonats in die Inbox des Miles & More Kontos. Drei Lounge-Besuche sind kein Grund, ein Paket zu kaufen, aber sie sind ein echter Mehrwert, wenn du ohnehin gekauft hättest.

Die übrigen Partnervorteile aus der Mail sind schwächer. Der Priority Pass Nachlass ist für Platinum- und Centurion-Inhaber wertlos, die Karte enthält ihn bereits. Hotel-Bonus und Avis-Rabatt sind einmalig und nicht kombinierbar.

Mein Fazit

Bei knapp über einem Cent pro Meile ist das XL-Paket mit Bonus einer der günstigsten Wege an Lufthansa-Meilen. Es lohnt sich, wenn drei Dinge zusammenkommen: ein konkreter Business- oder First-Flug auf der Langstrecke, verfügbare Prämienplätze an deinem Datum und ein Barpreis, der über dem liegt, was Meilen plus Zuzahlung kosten. Dann sind die Points und die Lounge-Gutscheine ein angenehmer Rest.

Für Economy, Gutscheine und Meilen auf Vorrat ist der Kauf ein Verlust. Ohne Bonus ist er es immer. Und wer seine Punkte bei Amex sammelt, sollte wissen: Miles & More ist kein direkter Transferpartner des deutschen Membership Rewards Programms, gekaufte Meilen sind also oft der einzige schnelle Weg, eine Lücke für einen Lufthansa-Prämienflug zu schließen. Genau dafür ist Bundle&Go gut, als Lückenfüller für eine Buchung, die schon feststeht.