
Inhalt
Hamburg und Düsseldorf haben eines gemeinsam: Seit dem 1. Oktober 2026 öffnet dort keine American Express Karte mehr eine Lufthansa-Lounge, und der Ersatz in Form von Verzehrgutscheinen gilt nur in Frankfurt und München. Was übrig bleibt, ist der Priority Pass. Wie viel der an diesen beiden Flughäfen wert ist, unterscheidet sich deutlich.
Dieser Guide sortiert beide Flughäfen nach derselben Frage: Welche Lounge gibt es, welche Karte kommt hinein, und wann lohnt sich der Weg nicht. Die Gegenstücke für die großen Drehkreuze sind der München-Guide und der Frankfurt Premium-Guide.
Was die Amex Platinum an beiden Flughäfen noch öffnet
Die deutsche Platinum bringt eine Priority Pass Mitgliedschaft mit. Für den Hauptkarteninhaber gilt: du plus ein Gast frei, jeder weitere Gast 30 Euro, höchstens 50 Besuche im Jahr. Zusatzkarten bekommen eine eigene Mitgliedschaft. Die Details zu den Programmen stehen im Vergleich von Priority Pass, LoungeKey und DragonPass.
Was die Karte nicht mehr öffnet:
- Lufthansa-Lounges. Business und Senator Lounge sind für Platinum seit Oktober 2026 zu, an beiden Flughäfen. Die Hintergründe stehen im Artikel zum Ende der Kooperation.
- Lounge on the Go. Die befristeten Verzehrgutscheine als Ersatz gelten nur in Frankfurt und München. Wer ab Hamburg oder Düsseldorf fliegt, bekommt dafür nichts. Mehr dazu in der Einordnung von Lounge on the Go.
- Priority-Pass-Restaurants. Priority Pass listet in Hamburg und Düsseldorf jeweils zwei Gastronomiepartner. American Express hat diese Option 2019 aus den Platinum-Mitgliedschaften entfernt. Ob sie bei dir auftaucht, zeigt nur deine eigene App, nicht die Flughafenübersicht auf der Website.
Eine Centurion Lounge gibt es in Deutschland nicht. Auch mit Centurion bist du in Hamburg und Düsseldorf auf denselben Priority Pass angewiesen.
Hamburg: eine Lounge, und die ist für alle
In Hamburg ist die Lage übersichtlich. Priority Pass listet genau eine Lounge, die Airport Lounge des Flughafens, dazu zwei Restaurants.
- Lage: Airport Plaza zwischen Terminal 1 und Terminal 2, auf der Ebene über der zentralen Sicherheitskontrolle. Von dort erreichst du alle Abfluggates.
- Schengen: Die Lounge steht laut American Express Passagieren auf Schengen- und Non-Schengen-Flügen offen. Wer nach London, Istanbul oder in die Golfregion fliegt, muss danach noch durch die Passkontrolle und plant das ein.
- Öffnungszeiten: Priority Pass nennt aktuell 05:00 bis 21:00 Uhr. Ein Bericht von Frankfurtflyer aus 2023 nannte deutlich kürzere Zeiten am Wochenende, nämlich 09:00 bis 16:00 Uhr. Die Angaben gehen also auseinander. Prüfe am Reisetag die App.
- Wer sonst hineinkommt: Die Lounge ist die Vertragslounge für zahlreiche Airlines außerhalb der Lufthansa-Gruppe und nimmt neben Priority Pass auch LoungeKey, DragonPass und weitere Programme. Sie wird also von mehreren Kundengruppen gleichzeitig genutzt.
Die Airport Lounge ist eine funktionale Lounge: Sitzplatz, Getränke, Snacks, WLAN, Duschen. Der Bericht von 2023 beschreibt sie als zur Abflughalle hin offen und entsprechend laut. Für eine Stunde mit Laptop reicht das. Ein Grund, früher zum Flughafen zu fahren, ist es nicht.
Die Lufthansa-Lounge liegt im Gate-Bereich von Terminal 2 und folgt seit Oktober ausschließlich den Regeln der Airline: Ticketklasse oder Status. Wie sich Senator und Business Lounge unterscheiden, steht in der Einordnung der Senator Lounge.
Düsseldorf: zwei Lounges, sauber nach Schengen getrennt
Düsseldorf ist die bessere Ausgangslage. Der Flughafen betreibt zwei eigene Lounges, beide im Priority Pass, und hat sie im Februar 2026 umbenannt.
- DUS Rhein Lounge, Flugsteig B, der frühere Hugo Junkers Lounge. Sie liegt bei den Schengen-Flügen. Laut Frankfurtflyer öffnete sie am 23. Februar 2026 zunächst nur teilweise, rund 320 von geplanten 935 Quadratmetern, der Rest sollte im Laufe des Jahres folgen. Angekündigt war ein Service à la carte statt Buffet. Ein Leserkommentar vom Mai 2026 berichtet dagegen von einem normalen Buffet. Was davon heute gilt, ist nicht sicher belegt.
- DUS Sky Lounge, Flugsteig C, die frühere Open Sky Lounge. Sie bedient die Flüge außerhalb des Schengen-Raums.
Beide öffnen laut Flughafen Düsseldorf täglich von 05:00 bis 21:00 Uhr. Für Priority Pass nennt der Flughafen eine Begleitperson pro Mitglied. Bei der Platinum passt das zur freien Gastregel, mit einem zweiten Gast stehst du hier unter Umständen vor der Tür statt vor einer 30-Euro-Rechnung.
Die übrigen Lounges sind an Airlines gebunden: Lufthansa Business und Senator Lounge in Flugsteig A, die Emirates Lounge in Flugsteig C. Keine davon nimmt Priority Pass.
Der praktische Punkt in Düsseldorf ist die Zuordnung. Entscheidend ist, ob dein Flug Schengen oder Non-Schengen ist. Für Schengen-Flüge kommt die Rhein Lounge in B in Frage, für Dubai oder New York die Sky Lounge in C. Wer ab Flugsteig A fliegt, etwa mit Eurowings, muss den Weg zur Lounge in B und zurück einplanen. Die Flugsteige gelten im Sicherheitsbereich als verbunden, eine offizielle Bestätigung dazu haben wir aber nicht gefunden. Frag im Zweifel an der Kontrolle nach, bevor du in A durch die Sicherheit gehst.
Wenn keine Karte öffnet: bezahlen
Beide Flughafen-Lounges verkaufen Tageszugang. In Düsseldorf nennt der Flughafen einen Einstieg ab 49 Euro und mehrere Familienangebote, darunter eines für 99 Euro. Die Konditionen der Angebote unterscheiden sich je nach Lounge und Seite, prüfe sie vor der Buchung. In Hamburg verkauft die Airport Lounge ebenfalls Eintritt an der Rezeption. Einen aktuellen, vom Flughafen bestätigten Preis haben wir nicht gefunden, Buchungsportale nennen unterschiedliche Werte.
Für die Kartenrechnung heißt das: Ein Lounge-Besuch in Düsseldorf hat einen Gegenwert in der Größenordnung des Tagespreises, aber nur, wenn du ihn ohne Karte tatsächlich bezahlt hättest. Wer sonst am Gate sitzt, spart nichts.
Wann sich der Weg nicht lohnt
- Kurze Wartezeit. Unter einer Stunde vor dem Boarding ist der Umweg selten sinnvoll, in Hamburg mit Passkontrolle bei Non-Schengen noch seltener.
- Abends. Beide Flughäfen schließen ihre Priority-Pass-Lounges um 21:00 Uhr. Späte Abflüge ab Hamburg oder Düsseldorf laufen ohne Lounge.
- Wochenende in Hamburg. Wenn die kürzeren Zeiten noch gelten, ist die einzige Priority-Pass-Lounge am Nachmittag geschlossen.
- Mit mehr als einem Gast. In Düsseldorf kann schon die zweite Begleitperson am Eingang scheitern. Für Familien sind die Paketpreise der Lounges oft die sauberere Lösung. Mehr dazu im Überblick zum Lounge-Zugang mit Kindern.
- Als Grund für die Karte. Eine Lounge pro Flughafen, beide im Netz mit mehreren Programmen geteilt, trägt keine Jahresgebühr. Die Rechnung dazu steht in der Gegenrechnung zur Amex Platinum.
Fazit
Düsseldorf ist für Priority-Pass-Inhaber der angenehmere der beiden Flughäfen: zwei Lounges, sauber nach Schengen und Non-Schengen aufgeteilt, eine davon frisch umgebaut. Hamburg bietet genau eine Option, die für alle Ziele funktioniert, aber mit unklaren Wochenendzeiten und wenig Ruhe.
An beiden Flughäfen gilt seit Oktober 2026: Die Amex Platinum ist hier eine Priority-Pass-Karte, mehr nicht. Kein Lufthansa-Zugang, keine Gutscheine, keine Restaurants. Wenn du regelmäßig ab Hamburg oder Düsseldorf mit Lufthansa fliegst, ist der Status bei der Airline die einzige Währung, die zuverlässig funktioniert. Welche Lounges es sonst in Deutschland gibt, steht in der Übersicht der Priority Pass Lounges in Deutschland.


