
Inhalt
- Die Grundstruktur: zwei Terminals, zwei Welten
- Terminal 2 und Satellit: Lufthansa-Gebiet, und nur das
- Priority Pass in München: genau zwei Lounges, beide in Terminal 1
- Was Amex in Terminal 2 noch bietet
- Wenn keine Karte öffnet: bezahlen
- Fast Lane und Sicherheitskontrolle
- Wann sich der ganze Aufwand nicht lohnt
- Fazit
München ist das zweite Drehkreuz der Lufthansa in Deutschland und für Karteninhaber der unangenehmere der beiden großen Flughäfen. Der Grund ist die Aufteilung: Die Lounges, die eine Kreditkarte öffnet, liegen praktisch alle in Terminal 1. Die Lufthansa-Flüge gehen ab Terminal 2. Und hinter der Sicherheitskontrolle sind die beiden Gebäude nicht verbunden.
Dieser Guide sortiert Terminal für Terminal, welche Karte wo hineinkommt. Das Pendant dazu ist der Frankfurt Premium-Guide.
Die Grundstruktur: zwei Terminals, zwei Welten
Terminal 2 betreiben Flughafen und Lufthansa gemeinsam. Hier fliegen Lufthansa, SWISS und die Star-Alliance-Partner ab, dazu kommt der Satellit, der über eine unterirdische Bahn in rund zwei Minuten erreichbar ist. Terminal 1 bedient alles andere: Eurowings, easyJet, Condor, die Golf-Carrier und SkyTeam.
Seit dem 21. April 2026 läuft der Non-Schengen-Verkehr aus Terminal 1 über den neuen T1 Pier, ein eigenes Gebäude im Bereich von Modul B mit eigener zentraler Sicherheitskontrolle. Die Module A und D bleiben Schengen, Modul C kann beides, Modul E dient Ankünften.
Das Entscheidende für die Lounge-Planung: Von Terminal 2 nach Terminal 1 kommst du nur landseitig, also durch das Munich Airport Center und anschließend erneut durch die Sicherheitskontrolle. Eine Lounge im falschen Terminal ist damit keine Option, sondern ein Umweg von gut einer Stunde.
Terminal 2 und Satellit: Lufthansa-Gebiet, und nur das
Im Terminal 2 und im Satelliten liegen über ein Dutzend Lufthansa-Lounges. Die Verteilung folgt den Ebenen: Ebene 04 ist Schengen mit den Gates G und K, Ebene 05 ist Non-Schengen mit den Gates H und L.
- Hauptgebäude, Schengen: Business und Senator Lounge am Gate G28, eine weitere Senator Lounge bei G24, dazu das Senator Café bei G28, das nur werktags öffnet.
- Hauptgebäude, Non-Schengen: Business und Senator Lounge am Gate H24.
- Satellit, Schengen: Business und Senator Lounge am Gate K11.
- Satellit, Non-Schengen: Business und Senator Lounge am Gate L11.
- First Class Lounges: eine im Hauptgebäude, eine im Satelliten mit Dachterrasse. Zugang nur mit First-Class-Ticket der Lufthansa oder SWISS oder mit HON Circle.
Die meisten dieser Lounges öffnen täglich gegen 05:00 Uhr und schließen um 22:00 Uhr, einzelne haben kürzere Zeiten.
Der Zugang hängt an Ticketklasse und Status, nicht an der Karte: Business Class oder Star Alliance Gold für die Business Lounge, Senator oder HON Circle für die Senator Lounge. Wie sich die Stufen in der Praxis unterscheiden, steht in der Einordnung der Senator Lounge.
Der Punkt, den viele noch nicht auf dem Schirm haben: Seit dem 1. Oktober 2026 öffnet keine American Express Karte mehr eine Lufthansa-Lounge. Centurion verliert die First Lounges, Platinum die Business und Senator Lounges. Die Hintergründe stehen im Artikel zum Ende der Kooperation. Für München heißt das: In Terminal 2 gibt es für Amex-Karteninhaber keinen kostenlosen Lounge-Zugang mehr. Keinen einzigen.
Priority Pass in München: genau zwei Lounges, beide in Terminal 1
Priority Pass listet für München zwei Lounges, und beide liegen in Terminal 1.
- Airport Lounge World, im T1 Pier, Non-Schengen. Mit dem Pier im April 2026 eröffnet, rund 1.200 Quadratmeter auf zwei Ebenen, Vorfeldblick, Duschen und Ruhebereiche. Priority Pass nennt Öffnungszeiten von 05:00 bis 22:15 Uhr. Die klar bessere der beiden.
- Airport Lounge Europe, Modul D, Ebene 05, Schengen. Aufenthalt und Einlass jeweils maximal drei Stunden vor Abflug. Laut Priority Pass gelten ab dem 9. November 2026 kürzere Zeiten, täglich 05:30 bis 20:00 Uhr.
Bei der Lounge Europe kommt eine Einschränkung dazu, die auf der Produktseite deiner Karte nicht steht: Seit Sommer 2025 berichtet Frankfurtflyer, dass dort nur noch Bordkarten bestimmter Airlines akzeptiert werden, genannt wurden Condor, Finnair, Icelandair und Widerøe. Wer mit Eurowings, easyJet oder Iberia im Schengen-Bereich abfliegt, steht im Zweifel vor der Tür. Prüfe das am Abflugtag in der Priority-Pass-App.
Die übrigen Lounges in Terminal 1 sind an Airlines gebunden: die Emirates Lounge im Pier an Emirates-Premiumgäste, die Air France KLM Lounge an SkyTeam-Tickets und Flying-Blue-Status.
Priority Pass hilft dir in München also nur, wenn du ohnehin ab Terminal 1 fliegst. Welche Programme überhaupt welche Lounge-Netze mitbringen, ordnet der Vergleich von Priority Pass, LoungeKey und DragonPass ein.
Was Amex in Terminal 2 noch bietet
Als Ersatz für den Lufthansa-Zugang gibt es befristet bis zum 31. März 2027 Verzehrgutscheine unter dem Namen Lounge on the Go: für Platinum sechs Gutscheine à 20 Euro, für Centurion zehn à 50 Euro, jeweils geteilt mit den Zusatzkarten und begrenzt auf wenige Einlösungen pro Tag. Eingelöst wird in der Amex Experiences App, der aktivierte Gutschein gilt nur kurz.
In München sitzen die Partner ausschließlich in Terminal 2 und im Satelliten, also dort, wo Lufthansa abfliegt: Dallmayr, Käfer, Airbräu Next to Heaven, Hans im Glück, Sissi & Franz und weitere. Alle Standorte und die Bedingungen im Detail stehen in der Übersicht zu Lounges in Frankfurt und München ohne Lufthansa und in der Einordnung von Lounge on the Go.
Rechne den Nennwert nicht als Ersparnis. Ein Gutschein ohne Wechselgeld, der an einen Kalendertag, an zwei Terminals und an ein Ablaufdatum gebunden ist, ist nur so viel wert wie das Essen, das du dort ohnehin gekauft hättest. Wer dreimal im Halbjahr ab München Terminal 2 fliegt, lässt die Hälfte verfallen.
Eine Centurion Lounge gibt es in Deutschland nicht, siehe die Standortliste.
Wenn keine Karte öffnet: bezahlen
Die Lufthansa-Lounges sind nicht geschlossen, nur nicht mehr inklusive. Der Tageszugang zu den Business Lounges in München beginnt nach aktuellen Berichten bei 49 Euro, Premium-Economy-Gäste zahlen weniger. Voraussetzung ist eine Lufthansa-Bordkarte für denselben Tag, gekauft vorab oder an der Lounge, solange Platz ist.
Eine Stufe darüber liegt der VipWing, das VIP-Terminal mit eigenem Eingang neben Modul E, eigener Sicherheits- und Grenzkontrolle und Fahrt zum Flugzeug. Laut Preisliste des Flughafens, gültig ab 1. Januar 2026, kostet die Abflugbetreuung 529,41 Euro netto für die erste Person und 277,31 Euro für jede weitere, Suiten und Airside-Transfer zusätzlich. Stornierung bis 48 Stunden vorher ist kostenfrei, danach werden 80 Prozent fällig.
Wichtig für Centurion-Inhaber: Die enthaltenen VIP-Betreuungen, die oft diskutiert werden, betreffen den Fraport VIP Service in Frankfurt. Ob und in welchem Umfang der VipWing in München zur Mitgliedschaft gehört, ist nicht belegt. Kläre das mit dem Concierge, statt es anzunehmen. Wie eine solche Betreuung abläuft, zeigt der Bericht zum Airport-VIP-Service.
Fast Lane und Sicherheitskontrolle
Eine Fast Lane gibt es in Terminal 2 für HON Circle, Senator, Star Alliance Gold, Frequent Traveller sowie für First, Business und Economy Flex. Eine Kreditkarte öffnet sie nicht. In Frankfurt ist die Lage anders, dazu der Artikel zur Fast Lane.
Praktisch relevanter ist eine Änderung an den Kontrollen selbst: Seit dem 18. September 2026 entfällt an den Spuren mit CT-Scannern die 100-Milliliter-Grenze für Flüssigkeiten, berichtet Touristik Aktuell. An konventionellen Spuren bleibt die alte Regel.
Wann sich der ganze Aufwand nicht lohnt
- Kurze Wartezeit. Unter 75 Minuten vor Abflug ist der Weg in eine Lounge in München selten sinnvoll, im Satelliten mit Bahnfahrt noch seltener.
- Abflug ab Terminal 2 ohne Lufthansa-Status. Hier hilft weder Priority Pass noch eine Premiumkarte. Entweder Gutschein, bezahlter Eintritt oder Gate-Bereich.
- Schengen-Abflug ab Terminal 1 mit der falschen Airline. Durch die Grenzkontrolle in die Non-Schengen-Lounge zu gehen und wieder zurück ist keine realistische Option.
- Reise mit Kindern. Die Regeln unterscheiden sich pro Lounge deutlich, dazu der Überblick zum Lounge-Zugang mit Kindern.
Fazit
München ist der Flughafen, an dem der Lounge-Vorteil einer Premiumkarte am wenigsten trägt. Zwei Priority-Pass-Lounges, beide in Terminal 1, eine davon mit Airline-Einschränkung und ab November kürzeren Zeiten. In Terminal 2 öffnet seit Oktober 2026 keine Amex-Karte mehr eine Tür, dort bleibt bis Ende März 2027 ein Verzehrgutschein.
Wenn du regelmäßig ab München mit Lufthansa fliegst, ist der Lufthansa-Status die einzige Währung, die hier zuverlässig funktioniert. Wenn du ab Terminal 1 fliegst, ist die Airport Lounge World im Pier ein guter Grund, den Priority Pass dabeizuhaben. Alles dazwischen ist Planung für den Einzelfall, und ob die Karte deswegen bleibt, zeigt die Rechnung für die Amex Platinum.


