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STRATEGIE

Marriott Bonvoy Transferbonus: 30 % mehr Punkte bis 31.10.2026

ChristianChristian··5 Min Lesezeit
Marriott Bonvoy Transferbonus: 30 % mehr Punkte bis 31.10.2026

Im Membership Rewards Konto steht bei Marriott Bonvoy seit September ein Special-Offer-Badge: Wer bis zum 31. Oktober 2026 mindestens 900 Punkte zu Marriott transferiert, bekommt vom Partner 30 % zusätzliche Bonvoy-Punkte gutgeschrieben. Der Aktionszeitraum läuft seit dem 1. September.

Das Angebot verändert eine einzige Zahl, und die lohnt sich genau anzusehen: Der reguläre Kurs von 3 Membership Rewards Punkten zu 2 Bonvoy-Punkten wird für zwei Monate zu 3 zu 2,6. Mehr ist es nicht. Ob das reicht, damit ein Transfer zu einem Hotelprogramm überhaupt Sinn ergibt, ist eine andere Frage.

Was der Bonus in Zahlen bedeutet

Der Kurs zu Marriott ist mit 3:2 der zweitschlechteste unter den deutschen Amex Transfer-Partnern bei den Hotels. Mit Bonus sieht die Rechnung so aus:

  • 9.000 Membership Rewards Punkte werden regulär zu 6.000 Bonvoy-Punkten. Mit 30 % Bonus sind es 7.800.
  • 30.000 Membership Rewards Punkte werden regulär zu 20.000 Bonvoy-Punkten. Mit Bonus sind es 26.000.
  • Pro Membership Rewards Punkt bekommst du statt 0,67 jetzt 0,87 Bonvoy-Punkte.

Die andere Lesart ist interessanter, weil sie bei der Buchung ansetzt: Eine Prämiennacht, die 50.000 Bonvoy-Punkte kostet, kostet dich regulär 75.000 Membership Rewards Punkte. Mit Bonus sind es rund 57.700. Der Bonus senkt den Preis jeder Marriott-Buchung in Amex-Punkten um 23 %.

Das ist ein echter Rabatt. Er macht aus einem schlechten Kurs einen mittelmäßigen, nicht einen guten.

Die Bedingungen, zerlegt

Marriott und Amex haben das Angebot an eine Kette von Bedingungen geknüpft. Jede einzelne ist unspektakulär, zusammen entscheiden sie, ob der Transfer bei dir funktioniert.

  • Zeitraum. Der Transfer muss zwischen dem 1. September und dem 31. Oktober 2026 erfolgreich abgeschlossen sein. Was am 1. November ankommt, bekommt keinen Bonus.
  • Mindesttransfer 900 Punkte, in Dreierschritten. 899 Punkte lassen sich nicht übertragen, 901 auch nicht. Die Eingabe muss durch 3 teilbar sein.
  • Nur das eigene Bonvoy-Konto. Vorname und Nachname müssen in beiden Programmen identisch sein. Ein Transfer auf das Konto des Partners oder eines Familienmitglieds ist ausgeschlossen.
  • Neunstellige Bonvoy-Mitgliedsnummer. Amex akzeptiert beim Verknüpfen ausschließlich die neunstellige Nummer aus dem Marriott-Konto, nicht die E-Mail-Adresse und keine andere Kennung.
  • Ein Transfer pro Tag. Wer in mehreren Tranchen übertragen will, braucht mehrere Tage. Gegen Ende Oktober wird das relevant.
  • Unwiderruflich. Ein einmal angestoßener Transfer kann weder gestoppt noch rückgängig gemacht werden. Das ist bei jedem Partner so, bei einem Hotelprogramm mit dynamischen Preisen wiegt es schwerer.
  • Bonus kommt vom Partner, nicht von Amex. Die 30 % schreibt Marriott gut, laut Bedingungen in der Regel unmittelbar nach dem Transfer, spätestens aber innerhalb von acht Wochen nach Ende des Aktionszeitraums. Im schlechtesten Fall siehst du die Bonuspunkte also erst kurz nach Weihnachten.
  • Kein Elite-Status. Weder die transferierten Punkte noch der Bonus zählen zur Qualifikation für einen Bonvoy-Status. Wer Gold oder Platinum über Nächte erreichen will, hat davon nichts.
  • Nicht kombinierbar. Das Angebot lässt sich nicht mit anderen Aktionen verbinden und ist nicht übertragbar.
  • Transferdauer bis zu ein Werktag. Für eine Buchung mit knapper Verfügbarkeit reicht ein Puffer von zwei Tagen, der Bonus selbst kann aber länger brauchen.

Der Punkt, der am häufigsten übersehen wird, ist der vorletzte: Der Marriott Gold Status aus der Amex Platinum bleibt vom Transfer unberührt. Punkte kaufen keinen Status, weder regulär noch mit Bonus.

Warum der Umweg über Marriott zu Airline-Meilen nicht aufgeht

Ein Argument, das mit jedem Transferbonus wieder auftaucht: Marriott-Punkte lassen sich in Airline-Meilen tauschen, 60.000 Bonvoy-Punkte ergeben bei vielen Partnern 25.000 Meilen. Mit 30 % Bonus würde dieser Umweg günstiger. Die Rechnung dazu:

  • Für 60.000 Bonvoy-Punkte brauchst du mit Bonus rund 69.200 Membership Rewards Punkte. Daraus werden auf dem Umweg 25.000 Airline-Meilen.
  • Dieselben 69.200 Membership Rewards Punkte werden bei einem direkten Transfer im Kurs 3:2 (Cathay, Qatar Airways, Singapore Airlines, Delta) zu rund 46.100 Meilen.
  • Bei einem direkten Transfer im Kurs 5:4 (British Airways, Iberia, Flying Blue, SAS) werden daraus rund 55.400 Meilen.

Der Umweg liefert selbst mit Bonus nur etwa die Hälfte dessen, was der direkte Weg bringt. Er lohnt sich ausschließlich für Airlines, die Amex Deutschland gar nicht als Partner hat. Für alle anderen gilt weiterhin: Flugmeilen direkt transferieren, nie über ein Hotelprogramm.

Der Vergleich mit den anderen Hotelpartnern

Was 9.000 Membership Rewards Punkte bei den vier Hotelpartnern ergeben, Stand Oktober 2026:

  • Marriott Bonvoy: 6.000 Punkte regulär, 7.800 mit Aktionsbonus.
  • Hilton Honors: 9.000 Punkte (Kurs 1:1, Mindesttransfer 2.500).
  • Radisson Rewards: 18.000 Punkte (Kurs 1:2, Mindesttransfer 1.000, Transferdauer sieben Werktage).
  • ALL Accor: 3.000 Punkte (Kurs 3:1, Mindesttransfer 900, neuer Partner).

Die Zahlen sind nicht direkt vergleichbar, weil jede Währung anders bepreist ist. Hilfreich ist Accor als Anker: ALL rechnet Punkte zu einem festen Kurs ab, 2.000 Punkte sind 40 Euro auf die Hotelrechnung. Damit ist ein Membership Rewards Punkt bei Accor garantiert 0,67 Cent wert. Ein Marriott-Transfer mit Bonus schlägt diesen Wert erst, wenn du pro Bonvoy-Punkt mehr als etwa 0,77 Cent an Übernachtungswert herausholst. Ohne Bonus müssten es mehr als 1 Cent sein. Ob deine konkrete Buchung das schafft, lässt sich nur am Barpreis derselben Nacht prüfen, und bei Marriott schwankt dieser Preis mit der Nachfrage, es gibt keine feste Prämientabelle mehr.

Wann sich der Transfer trotzdem rechnet

Der Bonus ändert nichts an der Grundregel: Punkte transferiert man erst, wenn die Buchung feststeht, nie auf Vorrat. Bei Marriott gilt das doppelt, weil die Preise dynamisch sind und ein Transfer nicht rückgängig zu machen ist. Wer heute 60.000 Punkte für eine Nacht überträgt, die im Januar 70.000 kostet, hat den ganzen Bonus wieder abgegeben.

Drei Fälle, in denen der Transfer unter diesen Bedingungen Sinn ergibt:

  1. Eine konkrete Prämiennacht ist gefunden, der Barpreis ist bekannt, und das Bonvoy-Konto hat fast genug Punkte. Der Transfer füllt die Lücke, der Bonus senkt den Preis der Lücke um 23 %. Das ist der Idealfall: kleiner Betrag, klarer Gegenwert.
  2. Ein teures Haus, bei dem Bonvoy-Punkte nachweislich mehr als einen Cent bringen. Spitzenhäuser in Hochsaison sind der Ort, an dem Hotelpunkte überhaupt einen guten Kurs erreichen. Die Rechnung muss pro Buchung gemacht werden, ein Pauschalwert hilft hier nicht.
  3. Membership Rewards Punkte, die ohnehin für Hotels vorgesehen sind. Wer bei Flügen bar zahlt und Punkte grundsätzlich in Übernachtungen steckt, bekommt zwei Monate lang 30 % mehr vom selben Ding. Das ist für diese Gruppe schlicht ein besserer Kurs.

Nicht sinnvoll ist der Transfer, um Punkte vor dem Verfall zu retten: Membership Rewards Punkte verfallen bei aktiver Karte nicht, Bonvoy-Punkte dagegen nach 24 Monaten ohne Kontoaktivität. Man tauscht eine unbegrenzt haltbare Währung gegen eine mit Ablaufdatum.

So läuft der Transfer

Der Weg im Amex-Konto ist kurz, die beiden Fallen stecken in der Verknüpfung.

  1. Im Online-Konto oder in der App Membership Rewards öffnen, dann Reisen und Punktetransfer. Marriott Bonvoy ist in der Liste der Hotelprogramme mit dem Special-Offer-Badge markiert.
  2. Unter Kontoinformationen auf Partnerkonto hinzufügen klicken. Hier gehört die neunstellige Bonvoy-Mitgliedsnummer hinein. Vorher im Marriott-Konto prüfen, dass Vor- und Nachname exakt so geschrieben sind wie bei Amex. Zweiter Vorname, Bindestrich oder Umlaut-Schreibweise sind die typischen Abweichungen, die einen Transfer scheitern lassen.
  3. Unter Anzahl Punkte die Summe eintragen, mindestens 900 und durch 3 teilbar. Der Rechner neben dem Feld zeigt den regulären Gegenwert, nicht den Bonus.
  4. Punkte übertragen bestätigen. Ab hier gibt es kein Zurück.
  5. Nach bis zu einem Werktag erscheinen die regulären Punkte im Bonvoy-Konto. Der Bonus kommt als separate Buchung von Marriott, meist zeitnah, im Ausnahmefall erst bis Ende Dezember.

Wer mehr als einen Transfer plant, legt den ersten nicht auf den 31. Oktober. Ein Transfer pro Tag, Bonus nur für Transfers, die innerhalb des Zeitraums abgeschlossen sind, bis zu ein Werktag Laufzeit: Das letzte sichere Datum liegt ein paar Tage vor dem Monatsende.

Alle Transferpartner im Überblick

Zur Einordnung die komplette Partnerliste des deutschen Membership Rewards Programms, wie sie im Oktober 2026 im Konto steht. Die Kurse für die Airlines sind seit dem 1. August 2025 deutlich schlechter, die 1:1-Zeiten sind lange vorbei.

Vielfliegerprogramme

  • British Airways Club: 5 zu 4 Avios, bis zu ein Werktag, mindestens 1.000 Punkte.
  • Iberia Club: 5 zu 4 Avios, bis zu ein Werktag, mindestens 1.000 Punkte.
  • Flying Blue (Air France, KLM): 5 zu 4 Meilen, bis zu ein Werktag, mindestens 625 Punkte.
  • SAS EuroBonus: 5 zu 4 Punkte, fünf Werktage, mindestens 1.000 Punkte.
  • Cathay Asia Miles: 3 zu 2 Meilen, drei Werktage, mindestens 900 Punkte.
  • Qatar Airways Privilege Club: 3 zu 2 Avios, sieben Werktage, mindestens 900 Punkte.
  • Singapore Airlines KrisFlyer: 3 zu 2 Meilen, bis zu 15 Werktage, mindestens 1.500 Punkte.
  • Delta SkyMiles: 3 zu 2 Meilen, fünf Werktage, mindestens 3.000 Punkte.
  • Emirates Skywards: 2 zu 1 Meile, bis zu ein Werktag, mindestens 1.000 Punkte.

Hotelprogramme

  • Radisson Rewards: 1 zu 2 Punkte, sieben Werktage, mindestens 1.000 Punkte.
  • Hilton Honors: 1 zu 1 Punkt, bis zu ein Werktag, mindestens 2.500 Punkte.
  • Marriott Bonvoy: 3 zu 2 Punkte, bis zu ein Werktag, mindestens 900 Punkte, bis 31.10.2026 plus 30 %.
  • ALL Accor: 3 zu 1 Punkt, bis zu ein Werktag, mindestens 900 Punkte.

Weitere Partner

  • PAYBACK: 3 zu 1 Punkt, zwei Werktage, mindestens 900 Punkte.

Auffällig ist, wie weit die Transferzeiten auseinanderliegen. Singapore Airlines mit bis zu 15 Werktagen und Qatar mit sieben sind Partner, bei denen eine Buchung mit knapper Verfügbarkeit ohne Vorlauf nicht funktioniert. Marriott gehört mit bis zu einem Werktag zu den schnellen.

Fazit

Der 30-%-Bonus ist der erste Grund seit langem, den Marriott-Kurs überhaupt in Erwägung zu ziehen. Er macht jede Bonvoy-Buchung in Amex-Punkten 23 % billiger, und das ist für Leute mit einer konkreten Hotelbuchung ein ordentlicher Rabatt.

Er ändert nichts daran, dass ein Hotelprogramm mit dynamischen Preisen der schlechtere Platz für Membership Rewards Punkte bleibt als ein Vielfliegerprogramm mit einer passenden Business-Class-Buchung. Wer ohne Buchung transferiert, tauscht eine flexible, unverfallbare Währung gegen eine gebundene, die Marriott jederzeit neu bepreisen kann. Der Bonus ist ein Preisnachlass auf einen Transfer, den du ohnehin machen würdest. Als Anlass für einen Transfer, den du sonst nicht gemacht hättest, taugt er nicht.

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