Zweitpass kaufen 2026: Was Staatsbürgerschaft durch Investition kostet und was sie bringt

St. Kitts, Grenada, Dominica, Vanuatu, Türkei: was ein gekaufter Zweitpass 2026 wirklich kostet, warum die Visafreiheit wackelt und was er an der deutschen Steuer nicht ändert.

ChristianAktualisiert 11 Min Lesezeit
Zweitpass kaufen 2026: Was Staatsbürgerschaft durch Investition kostet und was sie bringt
Inhalt
  1. Staatsbürgerschaft statt Aufenthaltstitel: der Unterschied
  2. Was es 2026 noch gibt und was verschwunden ist
  3. Die fünf Karibikprogramme: ein gemeinsamer Mindestpreis
  4. Schlagzeilenpreis und echte Kosten
  5. Ablauf und Dauer
  6. Das größte Risiko: die Visafreiheit
  7. Banken, KYC und der automatische Informationsaustausch
  8. Was ein Zweitpass für Deutsche nicht leistet
  9. Die Programme im Einzelnen
  10. Fazit

Der "Zweitpass" ist die konsequente Fortsetzung der Plan-B-Idee. Ein Aufenthaltstitel erlaubt einem, in einem anderen Land zu leben. Eine zweite Staatsangehörigkeit macht einen dort zum Bürger, mit eigenem Pass, eigenem Recht auf Einreise und einem Status, der nicht an Verlängerungen hängt. Eine Handvoll Staaten verkauft diesen Status gegen eine Spende oder eine Investition, und die Werbung dafür klingt seit Jahren gleich: sechs Monate, keine Reise, visumfrei in über 140 Länder.

Seit 2024 hat sich an diesem Markt mehr verändert als im ganzen Jahrzehnt davor. Die Preise in der Karibik sind gestiegen, die EU hat ein eigenes Werkzeug gegen solche Programme geschaffen, Großbritannien und die USA haben einzelne Pässe bereits mit Visumpflichten belegt. Dieser Artikel erklärt, wie Staatsbürgerschaft durch Investition funktioniert, was sie 2026 tatsächlich kostet, wo die Risiken liegen und was sie für Deutsche nicht leistet. Zu jedem Programm gibt es am Ende einen kurzen Abschnitt mit Link zum ausführlichen Artikel.

Staatsbürgerschaft statt Aufenthaltstitel: der Unterschied

Ein Aufenthaltstitel, wie ihn der Überblick über Plan-B-Wohnsitze beschreibt, ist eine Erlaubnis. Man darf im Land wohnen, oft arbeiten, manchmal ein Konto eröffnen. Er kann auslaufen, an Bedingungen geknüpft sein und bei längerer Abwesenheit verfallen. Einen neuen Pass bekommt man davon nicht, man reist weiter mit dem deutschen.

Staatsbürgerschaft durch Investition, im Englischen Citizenship by Investment oder kurz CBI, funktioniert anders:

  • Man wird Staatsbürger, nicht Bewohner. Der Status gilt dauerhaft und wird an Kinder weitergegeben, nach den Regeln des jeweiligen Landes.
  • Es gibt keinen echten Wohnsitz. Die meisten Programme verlangen keinen oder nur einen symbolischen Aufenthalt. Genau das ist der Punkt, an dem die EU, Großbritannien und die USA ansetzen.
  • Bezahlt wird mit einer Spende oder Investition, meist in einen staatlichen Fonds oder in eine genehmigte Immobilie, plus Gebühren für Prüfung und Bearbeitung.
  • Der Wert liegt im Pass selbst: Reisefreiheit, eine zweite Option für die Familie, in einzelnen Fällen Zugang zu Visa, die Deutschen nicht offenstehen, oder ein zweites Konsulat, falls mit dem ersten etwas schiefgeht.

Für Deutsche ist das seit dem 27. Juni 2024 rechtlich einfacher geworden: Mit der Reform des Staatsangehörigkeitsrechts verliert man den deutschen Pass nicht mehr automatisch, wenn man eine zweite Staatsangehörigkeit annimmt. Was das im Detail heißt, steht im Artikel zur doppelten Staatsbürgerschaft für Deutsche.

Was es 2026 noch gibt und was verschwunden ist

Innerhalb der EU ist das Thema erledigt. Zypern hat sein Programm im November 2020 nach Enthüllungen über Pässe für fragwürdige Antragsteller eingestellt. Malta hat am längsten durchgehalten, bis der Europäische Gerichtshof am 29. April 2025 im Verfahren Kommission gegen Malta (C-181/23) entschied, dass die Vergabe der Staatsbürgerschaft gegen vorab festgelegte Zahlungen eine unzulässige Kommerzialisierung der Unionsbürgerschaft ist. Malta nimmt seitdem keine neuen Anträge im Investorenprogramm an und will es durch eine Einbürgerung für außergewöhnliche Verdienste ersetzen. Wer heute einen EU-Pass gegen Geld angeboten bekommt, sollte das als Warnsignal lesen.

Übrig bleiben im Wesentlichen sieben Programme, die für Europäer relevant sind:

  • Fünf karibische Staaten: St. Kitts und Nevis, Dominica, Grenada, Antigua und Barbuda, St. Lucia
  • Vanuatu im Südpazifik
  • die Türkei, mit einem Immobilienweg

Dazu kommen kleinere oder neue Programme in anderen Weltregionen, die hier bewusst fehlen, weil sie wenig erprobt sind oder für deutsche Anwender kaum Vorteile bringen.

Die fünf Karibikprogramme: ein gemeinsamer Mindestpreis

Die fünf Staaten der Ostkaribik haben sich lange gegenseitig unterboten. Rabattaktionen und Immobilienmodelle, bei denen am Ende weit weniger als der offizielle Preis floss, waren verbreitet. Im Frühjahr 2024 haben die Regierungen deshalb ein gemeinsames Memorandum unterzeichnet: Seit dem 1. Juli 2024 gilt ein Mindestbeitrag von 200.000 US-Dollar für jeden Weg, dazu verpflichtende Interviews und ein gemeinsamer Austausch über abgelehnte Antragsteller. Im nächsten Schritt haben die Staaten mit ECCIRA eine gemeinsame Aufsichtsbehörde für ihre Programme beschlossen, deren Aufbau 2026 läuft.

Die 200.000 Dollar sind der Boden, nicht der Preis. Die aktuellen Einstiegsbeträge für den Fonds-Weg liegen so:

  • Dominica: 200.000 Dollar in den Economic Diversification Fund für einen Einzelantragsteller, laut der offiziellen Programmseite.
  • Antigua und Barbuda: 230.000 Dollar in den National Development Fund, für eine Familie bis vier Personen derselbe Beitrag, laut offizieller Gebührentabelle.
  • Grenada: 235.000 Dollar in den National Transformation Fund für bis zu vier Personen, laut der Investment Migration Agency Grenada.
  • St. Lucia: rund 240.000 Dollar in den National Economic Fund, ebenfalls ein Richtwert aus den 2026 veröffentlichten Übersichten.
  • St. Kitts und Nevis: 250.000 Dollar als Sustainable Island State Contribution für Hauptantragsteller oder Familie bis vier Personen, laut Citizenship by Investment Unit.

Immobilienwege beginnen in allen fünf Ländern höher, meist bei 300.000 Dollar in einem genehmigten Projekt mit mehrjähriger Haltefrist.

Vanuatu liegt preislich darunter: Der Development Support Program verlangt nach übereinstimmenden Angaben rund 130.000 Dollar für eine Person, für Familien entsprechend mehr. Der Preis hat einen Grund, dazu unten mehr.

Die Türkei verkauft nicht über einen Fonds, sondern über Investitionen, am häufigsten über Immobilien im Wert von mindestens 400.000 Dollar, die drei Jahre nicht verkauft werden dürfen. Das Geld ist also nicht weg, es steckt in einer Wohnung, deren Wiederverkaufswert man selbst trägt.

Schlagzeilenpreis und echte Kosten

Der Fondsbeitrag ist die Zahl auf der Startseite. Die Rechnung ist länger. Am Beispiel der offiziellen Gebührentabelle von Antigua lässt sich das gut zeigen:

  • Beitrag: 230.000 Dollar
  • Bearbeitungsgebühr: 10.000 Dollar für eine Person, 20.000 Dollar für eine Familie bis vier Personen
  • Due Diligence: 8.500 Dollar für den Hauptantragsteller, 5.000 für den Ehepartner, 2.000 für jedes Kind zwischen 12 und 17, 4.000 für jedes Kind ab 18
  • Passgebühren und weitere Nebenkosten, die die Behörde ausdrücklich als veränderlich bezeichnet

Für einen Einzelantragsteller ergibt das bei Antigua rund 248.500 Dollar an Staatskosten. Für eine Familie mit zwei Kindern im Teenageralter landet man bei rund 267.500 Dollar. St. Kitts kommt mit 250.000 Dollar Beitrag, 10.000 Dollar Due Diligence für den Hauptantragsteller und 7.500 Dollar für jedes Familienmitglied ab 16 Jahren in eine ähnliche Region.

Was in keiner offiziellen Tabelle steht, ist der Anteil des Vermittlers. Die Programme nehmen Anträge nur über lizenzierte Agenten an, deren Honorare frei verhandelt werden. Als grober Richtwert kommen je nach Familie und Komplexität noch einmal einige zehntausend Dollar für Agent, Anwalt, Übersetzungen und Apostillen dazu.

Als Faustregel für die Karibik 2026:

  • Einzelperson: rund 210.000 bis 270.000 Dollar an Staatskosten, je nach Land, zuzüglich Agent.
  • Familie mit zwei Kindern: rund 250.000 bis 300.000 Dollar an Staatskosten, zuzüglich Agent.
  • Erwachsene Kinder und Eltern kosten fast überall deutlich mehr als minderjährige Kinder. Wer die Großeltern mitnehmen will, sollte sich früh eine vollständige Kalkulation geben lassen.

Ein Fondsbeitrag ist eine Spende. Er kommt nicht zurück, auch nicht, wenn der Pass später an Wert verliert.

Ablauf und Dauer

Der Weg ist bei allen fünf Karibikstaaten ähnlich:

  1. Auswahl eines lizenzierten Agenten, der den Antrag einreicht. Direktanträge sind in der Regel nicht vorgesehen.
  2. Unterlagen sammeln: Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, Führungszeugnisse, Kontoauszüge, Nachweise über die Herkunft des Geldes, medizinische Atteste, alles apostilliert und übersetzt.
  3. Due Diligence: Die Einheit beauftragt externe Prüfer, die Lebenslauf, Vermögen und Reputation durchleuchten.
  4. Interview: Seit 2024 verpflichtend, je nach Land per Video oder vor Ort, inzwischen teils auch mit biometrischer Erfassung.
  5. Genehmigung im Grundsatz, dann Zahlung des Beitrags.
  6. Einbürgerungsurkunde und Pass, teilweise mit Eid.

Offiziell nennen die Programme drei bis sechs Monate. Mit Interviews, schärferer Prüfung und dem Rückstau nach den Reformen dauert es in der Praxis bei mehreren Programmen deutlich länger, in Einzelfällen über ein Jahr. Wer einen Termin im Kopf hat, etwa ein Visum oder einen Umzug, sollte großzügig planen.

Das größte Risiko: die Visafreiheit

Den meisten Käufern geht es um den Reisepass, nicht um das Land. Genau dieser Wert ist 2026 am unsichersten, weil er nicht in der Hand des Ausstellerstaates liegt, sondern in der Hand derjenigen Länder, in die man reisen will.

Die EU. Seit dem 30. Dezember 2025 gilt die überarbeitete Aussetzungsklausel der EU-Visaverordnung (Verordnung 2025/2441). Neu ist, dass der Betrieb eines Staatsbürgerschaftsprogramms für sich genommen ein Grund sein kann, die Visafreiheit eines Landes auszusetzen, ohne dass Missbrauchsstatistiken vorliegen müssen. Vanuatu hat vorgemacht, wie das endet: teilweise Aussetzung 2022, vollständige Aussetzung ab Februar 2023, und seit dem 3. Februar 2025 steht Vanuatu dauerhaft auf der Liste der visumpflichtigen Länder. Im Juni 2026 hat die Kommission die fünf Karibikstaaten nach deren eigenen Angaben schriftlich aufgefordert, ihre Programme bis Juni 2028 auslaufen zu lassen. Das Schreiben ist nicht veröffentlicht, es ist kein Beschluss und kein Automatismus. Aber die Richtung ist eindeutig.

Großbritannien. Seit Juli 2023 brauchen Staatsbürger von Dominica und Vanuatu ein Visum für das Vereinigte Königreich, die britische Regierung hat dabei ausdrücklich deren Investorenprogramme genannt. Im März 2026 kam St. Lucia dazu. Antigua, Grenada und St. Kitts reisen Stand Oktober 2026 weiter visumfrei nach Großbritannien.

Die USA. Mit der Proklamation 10998 hat die US-Regierung zum 1. Januar 2026 die Vergabe von Besucher-, Studenten- und Einwanderungsvisa an Staatsbürger von Antigua und Barbuda und Dominica eingeschränkt, auch hier mit Verweis auf die fehlende Wohnsitzpflicht der Programme. Grenada, St. Kitts und St. Lucia waren nicht betroffen.

Für Deutsche ist das Risiko nüchtern einzuordnen: Wer weiter mit dem deutschen Pass reist, verliert nichts, wenn der Zweitpass an Wert verliert. Er hat nur viel Geld für eine Option bezahlt, die schwächer geworden ist. Die oft zitierten Zahlen zur Visafreiheit aus Indizes wie dem Henley Passport Index sind deshalb immer nur eine Momentaufnahme.

Banken, KYC und der automatische Informationsaustausch

Ein verbreitetes Missverständnis ist, ein karibischer Pass öffne Bankkonten, die einem Deutschen verschlossen bleiben. Meist ist es umgekehrt.

  • Banken kennen die Programme. Ein Pass aus einem CBI-Land führt bei der Kontoeröffnung häufig zu mehr Fragen, nicht zu weniger. Herkunft des Geldes, Grund für den Zweitpass, Wohnsitz und Steuerresidenz werden gezielt abgefragt.
  • Die OECD hat die Programme markiert. Seit 2018 führt die OECD eine Liste von Staatsbürgerschafts- und Residenzprogrammen, die ein hohes Risiko für den automatischen Informationsaustausch (CRS) darstellen. Alle fünf Karibikstaaten und Vanuatu stehen darauf. Banken sollen diese Liste bei ihrer Prüfung berücksichtigen.
  • CRS hängt an der Steuerresidenz, nicht am Pass. Eine Bank meldet Konten an das Land, in dem der Kunde steuerlich ansässig ist. Wer in Deutschland wohnt, wird nach Deutschland gemeldet, egal welchen Pass er vorlegt. Wer versucht, mit dem Zweitpass eine andere Steuerresidenz vorzutäuschen, begeht kein cleveres Manöver, sondern im Zweifel eine Straftat.

Wer ein Konto außerhalb der EU sucht, braucht dafür in der Regel keinen Zweitpass. Wege dazu beschreiben die Artikel zum Auslandskonto außerhalb der EU und zur Banking-Leiter von Fintech bis Privatbank.

Was ein Zweitpass für Deutsche nicht leistet

Deutschland besteuert nach Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt, nicht nach Staatsangehörigkeit. Daraus folgt:

  • Ein Zweitpass ändert an der deutschen Steuer nichts. Wer in Deutschland wohnt, bleibt mit dem Welteinkommen unbeschränkt steuerpflichtig, egal wie viele Pässe in der Schublade liegen.
  • Der deutsche Pass bleibt Teil der Rechnung. Wer wegzieht und Deutscher bleibt, kann bei einem Umzug in ein Niedrigsteuerland unter die erweiterte beschränkte Steuerpflicht des Außensteuergesetzes fallen. Ein karibischer Pass ändert daran nichts, solange der deutsche bestehen bleibt.
  • Er ersetzt keinen Wohnsitz. Die Steuervorteile der Karibikstaaten gelten für Menschen, die dort leben. Ein Pass ohne Wohnsitz macht niemanden zum Steuerresidenten.
  • Er ist kein Schutz vor deutschen Behörden. Deutsche Pflichten wie Meldungen, Erbschaftsteuer oder Wegzugsbesteuerung hängen an Wohnsitz und Vermögen, nicht am Reisedokument.

Wie die Staatsangehörigkeitsreform genau wirkt und wann eine Beibehaltung relevant bleibt, steht im Artikel zur doppelten Staatsbürgerschaft für Deutsche. Die Antwort hängt immer vom Einzelfall ab, eine Beratung durch Steuerberater und Anwalt ersetzt dieser Überblick nicht.

Die Programme im Einzelnen

St. Kitts und Nevis

Das älteste Programm, seit 1984. Mit 250.000 Dollar das teuerste der Karibik, dafür bislang ohne britische oder amerikanische Visumpflicht. Interviews sind verpflichtend, biometrische Erfassung wird eingeführt. Details im Artikel zur Staatsbürgerschaft von St. Kitts und Nevis.

Grenada

Der Sonderfall, weil Grenada einen Investitionsvertrag mit den USA hat. Grenadische Staatsbürger können deshalb das US-Investorenvisum E-2 beantragen. Für Deutsche ist das weniger wichtig, als es oft klingt, weil Deutschland selbst einen solchen Vertrag mit den USA hat. Wann der Umweg trotzdem eine Rolle spielt, steht im Artikel zu Grenada und dem E-2-Visum. Wer nur das E-2 will, sollte zuerst den Artikel zum E-2-Visum mit US-LLC lesen.

Dominica, Antigua und St. Lucia

Die günstigeren Programme mit den größten Baustellen: Dominica und St. Lucia brauchen ein Visum für Großbritannien, Dominica und Antigua sind von den US-Einschränkungen betroffen. Der Vergleich der drei steht im Artikel Dominica, Antigua und St. Lucia im Vergleich.

Vanuatu

Der schnellste und günstigste Weg, aber seit Februar 2023 ohne visumfreien Zugang zum Schengen-Raum und seit Juli 2023 mit Visumpflicht für Großbritannien. Für wen sich das trotzdem rechnet, erklärt der Artikel zur Staatsbürgerschaft von Vanuatu.

Türkei

Kein Spendenmodell, sondern eine Immobilie ab 400.000 Dollar mit drei Jahren Haltefrist. Auch die Türkei hat einen Investitionsvertrag mit den USA, für Deutsche ist das aus demselben Grund wie bei Grenada zweitrangig. Die Rechnung mit Wechselkurs, Wiederverkauf und Gebühren steht im Artikel zur türkischen Staatsbürgerschaft durch Immobilienkauf.

Fazit

Ein gekaufter Zweitpass ist 2026 teurer, langsamer und unsicherer als in den Werbetexten. Der Einstieg liegt in der Karibik bei 200.000 bis 250.000 Dollar Beitrag, die echten Kosten für eine Familie eher bei 250.000 bis 300.000 Dollar plus Vermittler. Die Visafreiheit, für die die meisten zahlen, steht unter Druck aus Brüssel, London und Washington, und Vanuatu zeigt, dass der Verlust real ist.

Für Deutsche ist der Zweitpass vor allem eine Versicherung: ein zweites Dokument, ein zweites Konsulat, eine Option für die Familie. Er spart keine Steuern, öffnet selten Bankkonten und ersetzt keinen Wohnsitz. Wer ihn kauft, sollte wissen, wofür genau, und den Preis als das sehen, was er ist: eine Prämie für eine Option, deren Wert sich ändern kann.